Berner Druckkünstler bringt das Universum nach Luzern

9.8.2019 - 18:04, SDA

Erstmals sind in der Zentralschweiz Werke des Berner Künstlers Wolfgang Zät zu sehen. Die Kunsthalle Luzern widmet dem 57-jährigen Druckgrafiker eine Ausstellung und zeigt seine jüngsten Werke, die mitunter einem Blick zum Nachthimmel ähneln.

Am liebsten arbeite er mit Hochdruck, schreiben die Ausstellungsmacher anlässlich der Vernissage vom Freitag über ihren künstlerischen Gast Wolfgang Zät. Und sie meinen damit nicht etwa den zeitlichen oder finanziellen Druck, sondern die Technik, mit der Zät seine Kunst schafft.

Beim sogenannten Hochdruckverfahren drucken die unbearbeiteten Partien der Platte, die allein die Druckerfarbe aufnehmen, schwarz auf dem Papier ab, alle ausgeschnittenen Linien und Flächen bleiben hell. Das Resultat ist ein dominantes Schwarz, das mit den weissen, unbedruckten Flächen kontrastiert.

Bei Zäts Arbeit ist denn auch das Schaffen der Druckplatte essentieller Teil des Kunstwerks, für gewisse monumentale Arbeiten benötige er über ein Jahr Vorlaufzeit. Und hier ist Zaudern fehl am Platz, denn ist eine Linie einmal gesetzt, lässt sie sich nicht mehr retouchieren.

Der Künstler, der in Bern und im Jura arbeitet, beherrscht entsprechend auch das Handwerk des Zeichners, Holz- und Linolschneiders und Radierers. Die zeichnerische Struktur seiner Arbeiten besteht aus Geflechten von ineinander verschlungenen Linien und Feldern, die an Landschaftsdarstellungen erinnern.

Für das Kabinett der Kunsthalle Luzern schuf Zät eine Serie gerahmter, kleinformatiger Linolschnitte, die visuell an Darstellungen des Universums anmuten. Kleine Galaxien, Milchstrassen und Sternen werden durch eine kontrastreiche Hell-Dunkel-Darstellung akzentuiert und suggerieren die scheinbaren Bewegungen am Himmel.

Die Ausstellung ist bis am 22. September zu sehen. Kuratiert wird sie von Michael Sutter, Leiter der Kunsthalle Luzern.

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