Dätwyler dank Impfkampagnen und Kaffeekapselboom gut im Geschäft

SDA

11.8.2021 - 07:53

Der Urner Industriekonzern Dätwyler profitiert von der hohen Nachfrage nach Kaffeekapseln. Er baut deswegen in der Schweiz auch seine Kapazitäten aus. (Symbolbild)
Keystone

Der Urner Industriekonzern Dätwyler hat im ersten Halbjahr 2021 den Umsatz im zweistelligen Prozentbereich gesteigert. Der Gewinn erhöhte sich gar überproportional. Das Unternehmen profitiert von den laufenden Impfkampagnen und der hohen Nachfrage nach Kaffeekapseln.

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11.8.2021 - 07:53

Dätwyler hatte Ende 2019 eine strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Dichtungslösungen angekündigt. Es verkaufte in der Folge die beiden Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis mit grossem Verlust. Der Vergleich der aktuellen Zahlen mit dem Vorjahr ist deswegen nur bedingt möglich.

Bei der Beurteilung des Halbjahresergebnisses ist deswegen eine Beschränkung auf die Geschäftsbereiche, die fortgeführt wurden, nötig, zu denen neben den neu gebildeten Sparten Healthcare Solutions und Industrial Solutions noch der Online-Distributor Reichelt gehört, der allerdings dereinst auch verkauft werden soll.

Der vergleichbare Umsatz legte um knapp 21 Prozent auf 590,0 Millionen Franken zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Beinahe in allen bearbeiteten Märkten wurde ein zum Teil deutlich zweistelliges Umsatzwachstum erzielt. Das Umsatzniveau liegt auch 8 Prozent über dem Niveau des ersten Semesters 2019.

Von Corona proftitiert

Die Sparte Healthcare Solutions beliefert unter anderem Impfstoffhersteller mit Zubehör für die Bereitstellung von Covid-Impfstoffen wie Elastomer-Komponenten und gehört daher zu den Profiteuren der Corona-Pandemie. Hier nahmen die Verkäufe um 18,7 Prozent auf 238,7 Millionen Franken zu. Die EBIT-Marge stieg um über 5 Prozentpunkte auf 23,8 Prozent.

Die Division Industrial Solutions verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 23,9 Prozent auf 249,3 Millionen Franken, während die EBIT-Marge um 2,3 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent anzog. Hier lief es insbesondere im Teilbereich Food & Beverage prächtig, dank einem neuen Zehnjahresvertrag mit Nespresso für die Herstellung von Kaffeekapseln und auch dank neuen Kunden.

Verknappung von IT-Komponenten

In den Teilbereichen Mobility und General Industry haben sich die Marktverhältnisse im Vergleich zur pandemiegeplagten Vorjahresperiode wieder mehr oder weniger normalisiert. Allerdings wirkt sich in der Automobilindustrie die allgemeine Verknappung von IT-Komponenten negativ auf die weltweite Produktionstätigkeit aus. Die Division Reichelt schliesslich wuchs um gut 17 Prozent auf 105,0 Millionen Franken.

Auch auf Gewinnstufe sind die Zahlen mit dem Vorjahr nicht direkt vergleichbar. Darum werden hier die um den erwähnten hohen Devestitionsverlust bereinigten Vorjahreszahlen herangezogen.

Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich um 53,3 Prozent auf 98,9 Millionen Franken und die entsprechende Marge um 3,6 Basispunkte auf 16,8 Prozent. Der Reingewinn stieg um über 70 Prozent auf 74,5 Millionen. Damit wurden die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen klar übertroffen.

Zuversicht für 2. Semester

Im Ausblick auf das zweite Semester 2021 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich und erhöht die Prognosen für das Gesamtjahr. Neu wird ein Umsatz von über 1,15 Milliarden Franken erwartet sowie eine EBIT-Marge von über 16 Prozent. Bisher lautete die Guidance beim Umsatz auf über 1,1 Milliarden Franken und bei der Marge auf über 15 Prozent.

Dank des weltweiten Impffortschritts geht Dätwyler aber davon aus, dass die Rahmenbedingungen in den relevanten Märkten mehrheitlich stabil bleiben. Der Auftragsbestand im Healthcare- und im Food & Beverage Geschäft ist zudem unverändert hoch. Unsicherheiten gibt es wegen der Verknappung von Elektronikkomponenten und der Beschaffungssituation für gewisse Rohmaterialien.

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