Luzern Tourismus will Gäste länger halten und Service verbessern

SDA

14.5.2019 - 17:19

Verkehrshaus-Direktor Martin Bütikofer (Mitte) übernimmt im Verwaltungsrat von Luzern Tourismus das Steuer. (Archivbild)
Source: KEYSTONE/PPR/PHILIPP SCHMIDLI

Der Direktor des Verkehrshauses der Schweiz, Martin Bütikofer, wird neuer Verwaltungsratspräsident von Luzern Tourismus. Er will an der Servicequalität in der Tourismusbranche arbeiten und die Gäste dazu bringen, länger in Luzern zu bleiben.

Es müsse gelingen, Luzern stärker als Ferienort zu positionieren um damit die Verweildauer zu erhöhen, sagte Bütikofer am Dienstag am Rande der Generalversammlung von Luzern Tourismus vor den Medien. Damit lasse sich auch die Wertschöpfung im Sektor steigern.

Luzern Tourismus will dazu etwa die hohe Erlebnisdichte in und um Luzern besser vermitteln und Angebote wie Museen, Berge oder Konzerte besser vernetzen. Zwar konnte die Stadt Luzern 2018 die Logiernächte um 4,2 Prozent auf 1,4 Millionen steigern. Die Gesamtregion Luzern-Vierwaldstättersee verzeichnete gar ein Plus von fast 6 Prozent auf 3,9 Millionen Übernachtungen. Doch zeigt ein Blick auf die Aufenthaltsdauer, dass die Gäste überdurchschnittlich kurz bleiben.

Luzern Tourismus strebe kein quantitatives Wachstum an, sondern habe sich der Qualität verschrieben. Tourismusdirektor Marcel Perren sagte, man sei einerseits an Übernachtungsgästen interessiert und ziele andererseits darauf ab, das ganze Jahr besser auszulasten, etwa mit dem neu lancierten Lichtfestival.

Ein Erfolg sei, dass die Wertschöpfung in der Hotellerie im vergangenen Jahr um rund 3 Prozent zugenommen habe. Mit der Einführung eines neuen Online-Gästeportals, das mehrere Angebote bündelt, gehe man zudem mit der Digitalisierung mit.

Gäste gaben 798 Millionen Franken aus

Insgesamt gaben die Übernachtungsgäste in der Region Luzern-Vierwaldstättersee 2018 laut Luzern Tourismus 798 Millionen Franken aus. Der Grossteil des Geldes stammt mit 218 Millionen von Schweizer Gästen, gefolgt von Chinesen mit 144 Millionen Franken und Touristen aus den USA, die 92 Millionen Franken liegen liessen.

Bütikofer, der seit 2017 im Verwaltungsrat sitzt und den Hotelier Ferdinand A. Zehnder als Präsidenten ablöst, sagte, ein schöner Berg und die Kapellbrücke reichten nicht aus, um längerfristig erfolgreich zu sein. Die Service-Qualität sei wichtig, es gelte, das Gastgeber-Bewusstsein zu stärken.

Dazu wolle man den Berufen der Branche ein Gesicht geben und auch in die Ausbildung investieren. Eine Idee sei die Entwicklung eines Tourismus-Clusters im Bereich der Ausbildung mit Hotelfachschulen, Universität, Berufsschulen und Hotels. Wer in Luzern eine Aus- oder Weiterbildung absolviert, so die Hoffnung der Touristiker, bliebe mit dem Standort verbunden.

Die Diskussion über das richtige Mass an Tourismus beschäftige auch Luzern Tourismus. Man sei längst nicht mehr Vermarktungsorganisation mit dem Ziel, möglichst viele Menschen nach Luzern zu bringen, erläuterte Perren. Heute sehe man sich als Destinations-Entwickler, der am Produkt arbeite, etwa mit Schulungen in der Branche, aber auch mit Tätigkeiten im politischen und gesellschaftlichen Bereich.

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