Weiterhin hohe Lawinengefahr im Kanton Uri

rl, sda

15.1.2021 - 17:47

Die Bahnlinie von Arth-Goldau nach Rigi Kulm war wegen umgestürzten Bäumen unterbrochen.
Keystone

Die Lawinengefahr hat sich am Freitag im Kanton Uri nicht entspannt. In Seedorf ging erneut die Fischlauwi-Lawine zu Tal, mehrere Strassen, so jene durch die Schöllenen, blieben gesperrt. In anderen Kantonen der Zentralschweiz kam es wegen des Schnees zu verschiedenen Unfällen.

Wie die Kantonspolizei Uri am Freitag mitteilte, ist um 8.30 Uhr in der Gemeinde Seedorf erneut die Fischlauwi-Lawine abgegangen. Personen wurden von den Schneemassen nicht erfasst.

Die Fischlauwi-Lawine war bereits am Donnerstag bis zur Kantonsstrasse, die Seedorf mit Bauen verbindet, niedergegangen. Die Strasse ist seither gesperrt, und dies noch bis mindestens Samstag 10 Uhr. Bauen ist mit dem Kursschiff erreichbar, zudem fährt ein Shuttle-Boot der Chemiewehr Uri bei dringenden Personentransporten.

Prekär ist die Lage auch im Gotthardgebiet. Bis mindestens am Samstagmorgen gesperrt ist die Schöllenen, die Göschenen mit Andermatt verbindet, und die Furkastrasse zwischen Hospental und Realp. Andermatt, Hospental und Realp waren am Freitag von Göschenen aus mit dem Zug erreichbar. Wegen Lawinengefahr eingestellt war die Bahnstrecke Andermatt-Sedrun GR.

Bis mindestens Samstagmorgen gesperrt sind auch die Kantonsstrasse zwischen Gurtnellen und Wassen und die Sustenstrasse zwischen Wassen und Färnigen. Die Klausenstrasse zwischen Urnerboden und Linthal GL bleibt sicher bis in den Samstagnachmittag nicht passierbar. In der Nacht auf Samstag wird zudem die Strasse von Amsteg nach Bristen aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Die Kantonspolizei Uri wies darauf hin, dass die Lawinengefahr im Kanton Uri als «gross» (Stufe 4) eingestuft werde. Es seien deswegen auch verschiedene Gemeindestrassen gesperrt. Die Autobahn A2 sei für den Schwerverkehr seit Freitag 5 Uhr aber wieder passierbar.

Fahrleitungen beschädigt

Auf der Rigi konnten von Arth-Goldau SZ aus keine Züge Richtung Kulm fahren. Grund dafür waren Bäume, die unter der Schneelast und wegen des starken Windes knickten und die Fahrleitung beschädigten. Am Samstag werden die Züge wieder fahren können, wie die Rigi Bahnen mitteilten.

Die Schneefälle führten am Donnerstagabend und am Freitag vor allem auf den Strassen in den Kantonen Luzern, Schwyz und Zug zu zahlreichen Schleuderunfällen. Meist blieb es bei Blechschäden. Auf Schwyzer Strassen gab es bei Unfällen allerdings drei Verletzte.

Bei einer Frontalkollision zweier Autos zwischen Schwyz und Muotathal verletzte sich ein 56-Jähriger erheblich und eine 30-jährige Lenkerin leicht. Ebenfalls leichte Verletzungen zog sich ein 24-jähriger Lenker bei einem Selbstunfall auf der Autobahn A4 in Immensee zu.

Tennishalle in Gefahr

Zu Strassensperrungen führten umgestürzte Bäume, so auf der Ibergeregg im Kanton Schwyz. Im Kanton Luzern stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto, der Lenker kam mit dem Schrecken davon. In Baar ZG musste die Feuerwehr eine Traglufthalle eines Tennisclubs vom Schnee befreien. Diese war unter der Schneelast bereits teilweise eingedrückt und drohte total einzustürzen.

Wegen des Schnees ging zudem in Pfäffikon SZ ein Bootsbesitzer im Zürichsee baden. Wie die Schwyzer Kantonspolizei mitteilte, wollte der 58-Jährige sein Motorschiff von den Schneemassen befreien. Er verlor das Gleichgewicht und fiel in den See. Zwei auf dem Gelände anwesende Personen hörten die Hilfeschreie des Mannes und konnten ihn aus dem eisigen Wasser bergen.

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