Aargauer Regierung will Impfquote markant erhöhen

ga, sda

17.8.2021 - 11:16

Die Spritzen liegen bereit: Die Impfquote muss gemäss Aargauer Regierungsrat markant erhöht werden, um die Coronavirus-Pandemie bewältigen zu können. (Symbolbild)
Keystone

Im Kanton Aargau soll die Impfquote von derzeit 53 Prozent der Bevölkerung markant erhöht werden. Das will der Regierungsrat erreichen, um die Coronavirus-Pandemie bewältigen zu können. Seit dieser Woche gibt es auch Impfangebote an den kantonalen Mittelschulen.

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17.8.2021 - 11:16

Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigten, wie wichtig das Impfen sei, sagte Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati (SVP) am Dienstag vor den Medien in Aarau. Es gehe darum, einen möglichst guten Immunitätsschutz für die Gesamtbevölkerung sicherzustellen.

Die steigenden Zahlen bei den Infektionen und Hospitalisationen würden mit wenigen Ausnahmen nicht geimpfte Personen betreffen, hielt der Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) fest. Der Kanton lanciert nun eine weitere Impfkampagne.

Impfangebot bei Kantonsschulen

Die aktuelle Impfquote im Kanton Aargau liegt bei 53 Prozent. Um diese weiter zu steigern, starteten diese Woche die ersten Impfungen an den kantonalen Mittelschulen. Die Berufsfachschulen sollen ebenfalls zeitnah mit dem Angebot bedient werden.

Der Kanton will danach auch an der Oberstufe der Volksschule Impfungen anbieten. Die Impfung ist gemäss Kanton für alle Schülerinnen und Schüler freiwillig. An den Schulen im Aargau besteht derzeit keine generelle Maskentragepflicht mehr.

Diese Woche wurde auch das repetitive Testen an 171 Schulen fortgesetzt. Für die Schulen entstehe dank zentralem Pooling weniger Aufwand. In der ersten Schulwoche sind im Aargau 209 Schülerinnen und Schüler positiv getestet worden.

Verdoppelung der Corona-Fälle

Seit Anfang Juli steigt die Zahl der täglichen positiven Corona-Fälle. Innerhalb zweier Wochen verdoppelte sich die Zahl der Fälle. In der ersten Augustwoche gab es 1260 Fälle. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind gemäss Kanton die Reiserückkehrenden.

Bei einer weiteren Zunahme der Fallzahlen in diesem Tempo drohe den Spitälern eine ähnliche Situation wie im Herbst 2020, hiess es. Weiterhin sei eine hohe Belastung des Gesundheitspersonals und insbesondere der Intensivstationen nicht ausgeschlossen.

Die Anzahl der Hospitalisierungen auf der Intensivstation steige auf tiefem Niveau ebenfalls an. Dabei falle auf, dass im Aargau fast alle Hospitalisierten auf der Intensivstation nicht geimpfte Personen seien. Derzeit sei der grösste Teil der wegen Covid-19 hospitalisierten Personen nicht geimpft. Die Auslastung der Intensivplätzen in den Spitälern liege noch unter 80 Prozent.

Symptomlose sollen Test bezahlen

Der Regierungsrat unterstützt den Vorschlag des Bundesrats, eine Kostenpflicht bei Tests für Personen ohne Symptome einzuführen. Auf diese Weise könne die Bundeskasse wesentlich entlastet werden. Der Kanton schätzt, dass dem Bund bisher für die Finanzierung der Tests der Aargauer Bevölkerung Kosten von rund 75 Millionen Franken entstanden sind.

Der Regierungsrat spricht sich jedoch gegen Anpassungen der nationalen Teststrategie ab, welche grosse Auswirkungen auf die kantonalen Logistikprozesse haben. Dazu gehöre unter anderem der Zugang von allen Personen zu Speichel-PCR-Pooltests. Es werde bezweifelt, dass mit einem solchen individuellen Zugang zu einer sensiblen Diagnostik ein Mehrwert geschaffen werden könne, heisst es in der Stellungnahme an das Bundesamt für Gesundheit.

Kanton plant die Zukunft

Für den Fall, dass sich die Situation grundsätzlich verschlechtert, arbeitete der Regierungsrat bereits eine Eventualplanung aus. Es handle sich jedoch nicht um ein Ampelsystem, das bei gewissen Werten automatisch greife, erläuterte Regierungsrat Gallati.

Es gehe um zusätzliche vom Bund angeordnete Massnahmen. Diese könnten gemäss Regierungsrat vor allem Clubs und Diskotheken, Restaurants, Einrichtungen des Gesundheits- und Betreuungswesens sowie Kultur, Sport- und Freizeiteinrichtungen, jedoch auch private und öffentliche Veranstaltungen betreffen.

Das Covid-19-Zertifikat würde zudem eine grössere Bedeutung erhalten, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Freiheiten erhalten zu können.

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