Weniger Selbstanzeigen in Basel-Stadt – erstmals AIA-Steuererträge

ts, sda

4.2.2021 - 10:54

Aus dem Automatischen Informationstausch mit dem Ausland (AIA) sind dem Kanton Basel-Stadt 2020 erstmals Steuererträge zugeflossen. Diese beliefen sich auf knapp 10 Millionen Franken. Weitere 13,5 Millionen resultierten aus straflosen Selbstanzeigen reuiger Steuersünder.

Aufgrund des 2017 in Kraft getretenen AIA hatte die Eidgenössische Steuerverwaltung der Basler Kantonsverwaltung 2019 zum ersten Mal Meldungen über Finanzkonten im Ausland zukommen lassen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Beim Abgleich der rund 79'000 Meldungen zur Steuerperiode 2017 stiess die Steuerverwaltung auf rund 900 Verdachtsfälle.

319 Nachsteuer- und Steuerhinterziehungsverfahren brachten darauf nicht versteuerte Vermögen und Einkommen in der Höhe von 674,9 respektive 10,5 Millionen Franken zutage. Daraus flossen der Basler Staatskasse 9,9 Millionen Franken in Form von Nachsteuern, Verzugszinsen und Bussen zu.

208 straflose Selbstanzeigen

Weiter rückläufig waren als Folge der AIA-Einführung die straflosen Selbstanzeigen reuiger Steuersünder. 2020 gingen gemäss Communiqué noch 208 Fälle ein gegenüber 319 im Vorjahr. 2017 hatten sich dagegen 1700 Steuerpflichtige selbst angezeigt.

Bearbeitet hat die Basler Steuerverwaltung im vergangenen Jahr 776 straflose Selbstanzeigen. Ausstehend waren Ende 2020 noch rund 950 Fälle. Offengelegt und nachbesteuert wurden 2020 bisher nicht deklarierte Vermögen und Einkommen im Umfang von rund einer Milliarde Franken. Daraus resultierten Nachsteuern mitsamt Verzugszinsen von 13,5 Millionen Franken.

Steuersünder können sich in der Schweiz seit 2010 einmal im Leben straflos selbst anzeigen. Sie müssen zwar die ausstehenden Steuern der letzten zehn Jahre plus Verzugszins nachzahlen, werden jedoch für die Hinterziehung nicht zusätzlich gebüsst.

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