Kluge und kühne Ostschweizerinnen, die Geschichte schrieben

ny, sda

19.1.2021 - 10:50

Erstmals heben an der Innerrhoden Landsgemeinde im April 1991 in Appenzell Frauen und Männer gemeinsam die Hand. Möglich wurde dies erst nach einem Machtwort des Bundesgerichts (Archivbild).
Keystone

Am 7. Februar 1971 sagten die Schweizer Männer Ja zum Stimm- und Wahlrecht der Frauen auf Bundesebene. 50 Jahre später erinnern zahlreiche Veranstaltungen in der Ostschweiz an jenen denkwürdigen Tag.

«Klug und Kühn – Frauen schreiben Geschichte» – unter diesem Titel lädt das Archiv für Frauen-, Geschlechter und Sozialgeschichte Ostschweiz voraussichtlich ab dem 5. März ins Historische- und Völkerkundemuseum St. Gallen ein. Die Ausstellung blickt zurück auf die Frauen- und Geschlechtergeschichte in der Schweiz seit 1848.

«Der lange Weg zur Chancengleichheit in der Bildung gehört ebenso dazu wie die Kontrolle über den eigenen Körper: Verhütung, strafloser Schwangerschaftsabbruch und Frauenhäuser sind nicht selbstverständlich. Sie sind – wie das Stimmrecht – hart erkämpft», heisst es zur Wanderausstellung, die später auch in Rapperswil-Jona gastieren wird.

Das Textilmuseum St. Gallen plant unter dem Titel «Robes politiques – Frauen Macht Mode» ab dem 19. März eine Schau mit Kostümen und Accessoires aus der Zeit von 1600 bis heute. Die Exponate stehen gemäss Homepage sinnbildlich für «weiblichen Machtanspruch und weibliche Machtrepräsentation im Wandel von Gesellschaft, Politik und Mode».

Frauen und Brauchtum

Das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch widmet sich dem Thema «Frauen und Brauchtum». Acht Porträts von Urnäscherinnen beleuchten die Alpfahrt, die Viehschau, das Silvesterchlausen und die Urnäscher Streichmusik aus Sicht der Frauen.

Auch wenn bei den Bräuchen Männer die Hauptrollen spielten, brauche es für das Fortbestehen eines lebendigen Brauchtums das leidenschaftliche Engagement der Frauen, schreibt das Museum. Die Ausstellung dauert vom 19. Juni bis zum 24. Oktober.

Das Museum Appenzell plant in der Zeit von April bis Oktober die Sonderschau «Amalie, Josefa, Ottilia – Frauenporträts aus Appenzell Innerrhoden». Gezeigt werden neben Alltäglichem auch «überraschende sozialgeschichtliche Aspekte», wie es im Veranstaltungs-Flyer «50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht» heisst.

Geschäftstüchtige Appenzellerinnen

So seien in Innerrhoden im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt fast doppelt so viele Frauen erwerbstätig gewesen. Die meisten dieser Frauen arbeiteten als Stickerinnen in Heimarbeit, andere betrieben zu Hause einen Schuhladen, eine Ferggerei oder eine der vielen Gastwirtschaften.

Das Historische Museum Thurgau richtet anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Frauenstimmrecht den Fokus auf Biographien: Marie Elise Bachmann, die letzte private Besitzerin von Schloss Frauenfeld gehört ebenso dazu wie die russische Schriftstellerin Alja Rachmanowa oder die Fairtrade-Pionierin Ursula Brunner.

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen zum Jubiläum 50 Jahre Frauenstimmrecht sind in Wil, Gossau, Teufen AR, Oberriet, Arbon, Altstätten, Flawil, Rüthi und im Schloss Werdenberg geplant.

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