Künstler wehrt sich gegen Grenzzaun in Kreuzlingen und Konstanz

SDA

15.4.2020 - 12:29

Menschen treffen sich am doppelten Zaun an der «Kunst-Grenze» zwischen Konstanz und Kreuzlingen (Archivbild vom 5. April). Nun fordert der Künstler Johannes Dörflinger, der die 22 Skulpturen an der Grenze schuf, die Aufhebung des Zauns auf Schweizer Seite.
Source: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Ein doppelter Zaun trennt seit dem Ausbruch der Coronapandemie die benachbarten Städte Kreuzlingen und Konstanz am Bodensee. Der Künstler Johannes Dörflinger, dessen Skulpturen die «Kunstgrenze» markieren, fordert die Entfernung des Zauns auf Schweizer Seite.

Die Kunstgrenze sei ein Symbol der freundschaftlichen Beziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. «Durch den doppelten Gitterzaun wird das Kunstwerk jetzt zu einem Symbol der Angst, Abschreckung und Abgeschiedenheit», teilte die Dörflinger-Stiftung des Konstanzer Künstlers am Mittwoch mit.

Dörflinger forderte beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) den sofortigen Abbruch des Zauns auf Schweizer Seite. Für den 79-jährigen Künstler ist «die Einsperrung seiner Skulpturen ein Alptraum». Am Grenzzaun würden sich vor allem Familien und Paare treffen.

Der doppelte Zaun sei eine unangemessene Schutzmassnahme gegen die Ausbreitung von Covid-19. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, hätte das komplette Seeufer abgesperrt werden müssen, schreibt der Künstler in seiner Stellungnahme. Der Zaun verletze zudem seine Urheberrechte.

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