Notfallversorgung bleibt in Appenzell Innerrhoden gewährleistet

gn, sda

18.6.2021 - 12:24

Appenzell Innerrhoden verzichtet auf einen Spitalneubau. Am 30. Juni schliesst neben der Betten- auch die Notfallstation. Die Notfallversorgung bleibt im Halbkanton aber gewährleistet. (Archivbild)
Keystone

Die medizinische Notfallversorgung bleibt im Kanton Appenzell Innerrhoden auch nach der Schliessung der Notfallstation am Spital Appenzell gewährleistet. Der Rettungsdienst behält seinen Stützpunkt am kantonalen Gesundheitszentrum.

gn, sda

18.6.2021 - 12:24

Appenzell Innerrhoden verzichtet auf einen Spital-Neubau für 41 Millionen Franken. Das Projekt, das die Landsgemeinde 2018 noch gutgeheissen hatte, wurde am 9. Mai in einer zweiten Abstimmung verworfen.

Das Ergebnis war mit 4422 zu 2131 Stimmen klar. Die Stimmbeteiligung lag bei 57,5 Prozent. Standeskommission (Regierung) und Grosser Rat hatten den Verzicht auf den Spital-Neubau beantragt. Ein eigenes Spital mit einer stationären Abteilung sei für den 16'000 Einwohner zählenden Kanton nicht realistisch, argumentierten sie.

Anders als 2018 noch prognostiziert, gingen die Patientenzahlen in Appenzell zuletzt zurück. Zudem kündigte der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden die Zusammenarbeit auf Mitte 2021. Trotzdem war der Verzicht auf den Spital-Neubau umstritten. Eine Petition mit 1500 Unterschriften forderte die Beibehaltung des Spitals mit Bettenstation.

Am 30. Juni schliesst auch die Bettenstation

Am 30. Juni stellt mit der Schliessung der Bettenstation am Spital Appenzell auch die Notfallstation ihren Betrieb ein, teilte das Innerrhoder Gesundheitsamt am Freitag mit. Der Rettungsdienst, der hausärztliche Notfalldienst sowie die Notfallstationen in der Region stellten im medizinischen Notfall die rasche Versorgung sicher.

Der Rettungsdienst behält seinen Stützpunkt am kantonalen Gesundheitszentrum Appenzell und steht unverändert über die Nummer 144 rund um die Uhr zur Verfügung, wie es weiter heisst. Ausgebildeten Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern werden in medizinischen Notfällen den nächstgelegenen Rettungsdienst oder die Rega aufbieten, welche die Patientinnen und Patienten medizinisch erstversorgen und wenn nötig in ausserkantonale Notfallstationen überführen.

Mit der Schliessung der Notfallstation des Spitals Appenzell werde das kantonale Notruftelefon nicht mehr durch das Spital Appenzell, sondern durch den Telemedizinanbieter Medgate betreut. Bei kleineren, nicht lebensbedrohlichen medizinischen Notfällen blieben während den Praxisöffnungszeiten die Hausärztinnen und Hausärzte die erste Anlaufstelle.

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