Spitalverwaltungsrat: Unverständnis und Kritik aus dem Toggenburg

SDA

9.5.2019 - 15:44

Die am Mittwoch vorgestellten Sofortmassnahmen für das Spital Wattwil stossen im Toggenburg auf Unverständnis – von SVP bis Förderverein. Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde wolle Fakten schaffen und zeige, dass er nicht «ergebnisoffen» sei.

Die Ankündigung von Sofortmassnahmen durch den Verwaltungsrat der Spitalverbunde, rund zwei Monate nachdem die Zahlen des letzten Geschäftsjahrs präsentiert wurden und mehrere Monate vor dem angekündigten Strategieentscheid des Lenkungsauschusses, löste im Toggenburg kritische Reaktionen aus.

Der Förderverein Regionalspital Toggenburg schreibt in seinem am Donnerstag veröffentlichten Communiqué von einem «Trauerspiel». Der Verwaltungsrat handle ohne Rücksicht auf die noch ausstehenden Ergebnisse des laufenden Strategieprozesses. In seiner Hilflosigkeit schaffe er weitere Fakten und verunsichere Bevölkerung und Spitalpersonal.

Krasser Widerspruch

An den Bevölkerungsgesprächen sei immer wieder die Rede von «Ergebnisoffenheit» gewesen. Das Vorgehen des Verwaltungsrats stehe damit «in krassem Widerspruch». Seine Kommunikation sei einmal mehr intransparent und verneble die wahren Absichten. Nun müssten die Verantwortlichkeiten geklärt und Konsequenzen gezogen werden.

Bereits am Mittwoch hatte sich der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner irritiert vom Entscheid gezeigt. Er hatte Ende März zusammen mit einer Expertin ein Alternativkonzept zur Schliessung des Spitals vorgestellt. Aktuell befinde man sich in einer Phase, in der dieses Alternativkonzept geprüft werde, so Gunzenreiner. Dieser Prozess sei erst angelaufen. «Und nun reisst man ein Puzzleteil heraus.»

Kein Spielraum für Lösungen

Reagiert hatte auch die SVP Toggenburg. Der Spitalverwaltungsrat schaffe Tatsachen, «die keinen politischen Handlungsspielraum für zukunftsgerichtete Lösungen lassen», heisst es in einer Mitteilung. Die Volksentscheide aus dem Jahr 2014 würden missachtet und die guten Vorschläge aus Wattwil «faktisch verunmöglicht».

Am Mittwochvormittag hatte der Verwaltungsrat der Spitalverbunde wegen der schwierigen finanziellen Situation der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg Sofortmassnahmen bekanntgegeben. Unter anderem werden ab November 2019 am Spital Wattwi keine Operationen mehr durchgeführt. Die Konsequenz ist ein Abbau von zehn bis zwölf Stellen.

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