St. Galler Staatsarchiv soll mehr Platz erhalten

gn, sda

21.9.2021 - 12:16

Ein Teil des St. Galler Staatsarchivs ist heute im Regierungsgebäude untergebracht. (Archivbild)
Keystone

Das St. Galler Staatsarchiv soll einen neuen Standort mit mehr Platz erhalten. Die Regierung beantragt dafür einen Kredit von 44,3 Millionen Franken. Der Kantonsrat hat am Dienstag der Vorlage in erster Lesung zugestimmt.

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21.9.2021 - 12:16

Die Diskussionen über den fehlenden Platz und die veraltete Infrastruktur im St. Galler Staatsarchiv sind seit bald zwei Jahrzehnten ein Dauerthema. Besonders laut wurden die Klagen 2014, als Wasser eindrang und im Bestand grosse Schäden verursachte.

2016 forderte der Kantonsrat die Regierung zum Handeln auf: Es brauche ein konkretes Projekt. Die entsprechende Vorlage wurde dann im Mai 2021 präsentiert: Statt wie bisher verteilt im Regierungsgebäude, an der Spisergasse und an der Schuppistrasse, soll das Staatsarchiv neu an einem einzigen Ort zusammengefasst werden. Dort soll es auch Lagerkapazitäten für 30 bis 40 Jahre geben.

Gedächtnis des Kantons

Für das Projekt vorgesehen ist ein kantonseigenes Grundstück von 8000 Quadratmetern im St. Galler Lachenquartier. Dort steht jetzt das Studienzentrum Waldau der Fachhochschule Ost.

Gerechnet wird mit Kosten von 44,3 Millionen Franken. Davon gehen 39 Millionen an die Erweiterung und Umnutzung des bestehenden Gebäudes. Auf maximal 8,3 Millionen Franken wird eine Ersatzlösung für das Studienzentrum veranschlagt. Erwartet wird zudem ein Bundesbeitrag von 3 Millionen Franken.

Die vorberatende Kommission befürwortet den geplanten Umbau und die Erweiterung des Staatsarchivs am Standort Waldau. Alle Fraktionen waren am Dienstag für eine neue Lösung an einem Standort. Es gehe um das Gedächtnis des Kantons, sagte die Sprecherin der Grünen.

SVP scheitert mit Kürzungsantrag

Der SVP-Fraktion waren die Kosten zu hoch und sie beantragte in einem kurzfristig gestellten Antrag eine Senkung der Planungskosten von 16 auf 14 Prozent oder um rund 780'000 Franken sowie einer Senkung der Planungskosten für das neue Studienzentrum um knapp 125'000 Franken.

Das Grundstück erfülle die Anforderungen, sagte die St. Galler Bauchefin Susanne Hartmann (CVP). Es liege aber lediglich eine Machbarkeitsstudie vor. «Wenn es noch kein konkretes Bauprojekt gibt, kann man noch keine Optimierungsmöglichkeiten heranziehen», so Hartmann. Der Antrag der SVP-Fraktion wurde mit 31 zu 82 Stimmen deutlich abgelehnt.

Stimmt der Kantonsrat dem Projekt auch in zweiter Lesung zu, braucht es noch eine Volksabstimmung. Diese könnte im Mai 2022 stattfinden. Bezugsbereit wäre das neue St. Galler Staatsarchiv dann 2028.

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