Medizin

Unispital-Präsident Martin Waser kündigt Rücktritt an

leph, sda

16.11.2020 - 16:59

Martin Wasser hat seinen Rücktritt als Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich angekündigt. (Archivbild)
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Martin Waser, Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich (USZ), wird Ende Juni 2021 von seinem Amt zurücktreten. Auch der Vizepräsident sowie ein weiteres Mitglied des Spitalrats werden gemäss der Gesundheitsdirektion zurücktreten.

Nach gut sechs Jahren im Amt habe Martin Waser den Regierungsrat über seinen Rücktritt per 30. Juni 2021 informiert, teilte die Zürcher Gesundheitsdirektion am Montag mit. Auf diesen Zeitpunkt hin ebenfalls aus dem Spitalrat zurücktreten werden laut Mitteilung der amtierende Vizepräsident, Urs Lauffer, sowie Annette Lenzlinger.

Die Rücktritte erfolgen in einer für das USZ turbulenten Zeit. Seit Monaten sorgen Unregelmässigkeiten an verschiedenen USZ-Kliniken für Kritik. Im Zentrum stehen die Klinik für Herzchirurgie und deren früherer Leiter, Herzchirurg Francesco Maisano.

Mehrere Kliniken hätten in den vergangenen Monaten für negative Schlagzeilen gesorgt und so zu einem Reputationsschaden für das USZ geführt, heisst es in der Mitteilung.

Die Gesundheitsdirektion habe in diesem Zusammenhang ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, das Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Aufsicht aufzeigen soll. Das Gutachten wird gemäss Mitteilung diesen Freitag veröffentlicht.

Suche nach Nachfolger läuft

Wasers Nachfolger oder Nachfolgerin soll gemäss der Gesundheitsdirektion «Erfahrung in der operativen Führung eines grösseren Unternehmens – möglichst in einem Spital – mitbringen». Die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern für die freiwerdenden Ämter sei initiiert worden.

Die Gesundheitsdirektion dankt den zurücktretenden Spitalratsmitgliedern für ihren Einsatz. Unter der Leitung von Martin Waser habe das USZ namhafte Meilensteine erreichen können, wie etwa die kürzliche Eröffnung des ambulanten Gesundheitszentrums «Circle» am Flughafen.

«Kein Posten für abgetretenen Vollzeitpolitiker»

Der bevorstehende Abgang Wasers kam zumindest bei der Zürcher GLP gut an. Das Spitalratspräsidium sei kein Posten für einen abgetretenen Vollzeitpolitiker, sagte Kantonsrätin Claudia Hollenstein (Uerikon) in der Ratsdebatte.

Das Verteilen von Pfründen sei zwar noch gang und gäbe, aber man sehe nun ja, dass es nicht zielführend sei. Das Spitalratspräsidium müsse dringend von politischen Ämtern entflochten werden.

CVP begrüsst Wasers Abgang

Auch die CVP begrüsst die Abgänge aus dem Spitalrat. Ein Neuanfang sei dringend notwendig. Die Führung des Unispitals schien dem Spitalrat vollends zu entgleiten, wie die Partei mitteilte. Nun brauche es Kompetenzen «in Kommunikation und Finanzen».

Neben dem personellen Neuanfang sei jedoch auch die Politik gefordert. Die CVP fordert unter anderem, dass die Gesundheitsdirektion einen Sitz im Spitalrat erhält, um in Krisensituationen die politische Verantwortung wahrnehmen zu können.

Die Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit des Kantonsrates betrachtet die Rücktritte des Spitalratspräsidenten und mehrerer Spitalräte als «Möglichkeit für einen Neuanfang in der gegenwärtig schwierigen Situation», wie sie mitteilte. Sie begrüsst es zudem, dass die Gesundheitsdirektion das Anforderungsprofil ergänzen will.

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