Zürcher Kantonsrat deckelt den Verkehr im Spitalquartier Lengg

fn, sda

7.6.2021 - 10:29

Der Zürcher Kantonsrat will ein Verkehrschaos im Spitalquartier Lengg verhindern. Er begrenzt die Zahl der Fahrten an einem Werktag auf 11'600. Im Bild das neue Kinderspital, das in der Lengg entsteht. (Visualisierung)
Keystone

Im Zürcher Spitalquartier Lengg wird der Verkehr begrenzt: An einem Werktag dürfen dort künftig nur noch 11'600 Fahrzeuge durchfahren. So hat es der Kantonsrat am Montag bei der Fortsetzung der Richtplandebatte beschlossen. Diese Deckelung des Verkehrs war der grosse Knackpunkt der Vorlage.

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7.6.2021 - 10:29

Mit dieser Begrenzung auf 11'600 Fahrten soll künftig also nur noch jede dritte Person mit dem Auto ins Spitalquartier Lengg kommen. Die anderen beiden Besuchenden oder Mitarbeitenden müssen entweder mit dem ÖV, mit dem Velo oder zu Fuss anreisen. Ambulanzfahrzeuge zum Kinderspital fallen nicht unter die Begrenzung.

Für die Bürgerlichen war eine solche Begrenzung, ein Antrag der Klima-Allianz, «ideologisch» und «absolut unrealistisch». Eine fixe Zahl in den Richtplan zu schreiben, sei unsinnig.

Mit dem fiebrigen Kind im Tram?

«So müssen wir die Zahl einfach in einigen Jahren nach oben korrigieren», sagte Domenik Ledergerber (SVP, Herrliberg). Wer ein Kind mit 40 Grad Fieber habe, gehe ja wohl kaum mit dem Tram ins Kinderspital.

Die Mehrheit des Rates war jedoch anderer Meinung. Es sei notwendig, den Verkehr dort zu begrenzen. Sonst nehme dieser bis ins Jahr 2040 um 80 Prozent zu, ein Verkehrschaos sei die Folge. «Mit dem fiebrigen Kind stecken Sie dann einfach im Stau. Das bringt Ihnen dann auch wenig», sagte Andreas Hasler (GLP, Illnau-Effretikon).

Der Rat nahm die Begrenzung auf 11'600 Fahrten schliesslich mit 91 zu 79 Stimmen an. Ein neues Parkhaus wird im Gesundheitsquartier zudem nicht gebaut. FDP, SVP, EDU und Mitte hatten gefordert, ein Parkhaus im Richtplan zu verankern – die Klima-Allianz setzte sich jedoch durch und lehnte den Antrag ab.

Baudirektion muss neue Tramlinie prüfen

Bereits am 10. Mai, als die Debatte für die Richtplanrevision losging, entschied der Kantonsrat, dass die Baudirektion eine weitere Tramlinie prüfen solle. Bereits so gut wie sicher ist, dass die Tramlinie 15 verlängert wird, Flexity-Trams eingesetzt werden und eine neue Buslinie in die Lengg führen wird.

Der Richtplan für das Spitalquartier wurde schliesslich mit 154 zu 7 Stimmen gutgeheissen. Im Quartier Lengg wird bis 2040 das grösste Spitalquartier der Schweiz mit rund 10'000 Arbeitsplätzen entstehen, davon entfallen rund 2500 auf das neue Kinderspital.

fn, sda