Dortmund, Juve oder doch in die Premier League? Halb Europa jagt «Schnäppchen» Zakaria

Von Jan Arnet

16.11.2021

Befindet sich wieder in Top-Form: Denis Zakaria.
Bild: Getty

Denis Zakaria gehörte gegen Italien und Bulgarien einmal mehr zu den besten Nati-Spielern. Der Mittelfeldmann scheint seine Topform wieder gefunden zu haben – und könnte nun kurz vor dem Wechsel zu einem Top-Klub stehen.

Von Jan Arnet

16.11.2021

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als Denis Zakaria nach seiner schweren Knieverletzung und acht Monaten Pause sein langersehntes Comeback gab. Einen guten Zeitpunkt für eine Verletzung gibt es natürlich nicht, aber viel schlechter als damals konnte er auch nicht sein. Zakaria befand sich im März 2020 in absoluter Hochform und es war nur eine Frage der Zeit, wann der Mittelfeldspieler zu einem europäischen Topverein wechseln wird.

Nach der Rückkehr brauchte Zakaria lange, um an seine Bestleistungen anknüpfen zu können. Der Stammplatz in der Nati ging verloren und auch bei Borussia Mönchengladbach sass er öfters auf der Bank. Nachdem eigentlich jeder damit gerechnet hatte, dass der 24-Jährige im Sommer wechseln wird, gab es offensichtlich kein genug gutes Angebot und Zakaria blieb Gladbach treu – ohne jedoch seinen 2022 auslaufenden Vertrag zu verlängern.

Seit Beginn dieser Saison ist alles wieder anders, Zakaria kommt immer besser in Fahrt und bringt wieder konstant hervorragende Leistungen auf den Platz. Die Kritiken sind durchwegs positiv. Das Fachmagazin «Kicker» sieht ihn als bis anhin zweitbesten Gladbach-Spieler dieser Saison nach Yann Sommer, von den Borussia-Fans wurde zum Spieler des Monats September gewählt und für seine beiden Nati-Auftritte gegen Italien und Bulgarien erhielt er von uns zweimal die Note 5,5.



Ein Last-Minute-Coup für Gladbach?

Der Genfer strotzt in den letzten Wochen nur so vor Selbstvertrauen. Ob es am neuen Gladbach-Trainer Adi Hütter liegt, der ihn schon bei YB coachte? Möglich. Jedenfalls kommt die Formexplosion genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Zakarias Vertrag läuft Ende Saison aus.

Gladbach weiss, dass im Januar der letzte Zeitpunkt ist, um noch eine Ablöse für den Nati-Spieler zu erhalten. Zakarias Marktwert steht gemäss «Transfermarkt» aktuell bei 27 Millionen Euro. Diese Summe wäre ein Schnäppchen für einen Spieler seines Formats. Der eine oder andere Klub wäre deshalb vielleicht sogar bereit, noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen, auch wenn Zakaria im Sommer ablösefrei zu haben ist. Die Interessentenliste ist lang, der Poker um den Schweizer entsprechend gross.



Wie die «Bild» berichtet, hat «der BVB den Schweizer bereits seit Wochen ganz oben auf dem Zettel». Zakaria tendiere laut der Zeitung aber zu einem Wechsel in eine andere Liga – «am liebsten in die Premier League nach England». Der BVB sei lediglich eine Alternative und auch ein Verbleib in Gladbach sei noch nicht ganz vom Tisch. 

Juve soll Zakaria beobachtet haben

Schon seit längerer Zeit an Zakaria dran ist auch Arsenal. Englischen Medien zufolge wollen die Londoner im Winter einen neuen Angriff starten, um den ehemaligen YB-Spieler in die Premier League zu holen. Derweil ist laut dem italienischen Transferexperten Gianluca Di Marzio auch José Mourinhos AS Roma am 40-fachen Nati-Spieler dran. Und gemäss der «Gazzetta dello Sport» ist Zakaria das grösste Transferziel von Juventus-Trainer Massimiliano Allegri. Juve soll den Schweizer im WM-Quali-Spiel gegen Italien am letzten Freitag in Rom auch beobachtet haben.

Napoli, Inter Mailand und sogar Barcelona sollen ebenfalls interessiert sein. Zakaria, der am Samstag seinen 25. Geburtstag feiern wird, dürfte sich seinen neuen Verein letztlich aussuchen können. Es sei denn, Gladbach-Sportchef Max Eberl schafft es doch noch, den Mittelfeldabräumer vom Verbleib zu überzeugen. 

«Dass Denis sehr begehrt ist, ist uns natürlich vollkommen bewusst. Aber er weiss auch, was er an uns hat. Und wie wir ihn in den vergangenen Monaten während seiner Verletzung unterstützt haben», sagte Eberl im Oktober. «Jetzt versuchen wir, den Vertrag zu verlängern.» Noch vor Weihnachten soll es endgültige Gespräche geben.