Bayern als Zwischenstation

Plant Yann Sommer gleich einen doppelten Wechsel?

Jan Arnet

22.12.2022

Wo liegt die Zukunft von Yann Sommer?
Wo liegt die Zukunft von Yann Sommer?
Keystone

Die Gerüchte um einen Winterwechsel von Yann Sommer zu den Bayern werden immer heisser. Nun hat sich auch Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic zu den Transferplänen der Münchner geäussert. Ausserdem soll der Nati-Goalie auch in Kontakt mit einem englischen Top-Klub stehen.

Jan Arnet

22.12.2022

Yann Sommer hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Borussia Mönchengladbach noch immer nicht verlängert. Deshalb nehmen die Spekulationen um seine Zukunft immer mehr Fahrt auf.

Nachdem «Sky» zuletzt berichtete, dass Bayern München bereits Kontakt zum Nati-Goalie aufgenommen hat und Sommer sich einen Wechsel zum Bundesliga-Krösus auch durchaus vorstellen könne, kommt die «Bild» nun mit dem nächsten Gerücht um die Ecke. Demnach könnte Sommer im Januar für ein halbes Jahr nach München wechseln und danach einen Vertrag bei Manchester United unterschreiben. 

Die «Bild» hatte schon Anfang Monat geschrieben, dass Sommer vor dem Wechsel zu den Red Devils stehe. Damals hiess es, United würde den Schweizer gerne schon im Winter holen. Sommer soll in Manchester zum Nachfolger von David de Gea werden, dessen Vertrag nach dieser Saison ebenfalls ausläuft und Medienberichten zufolge nicht verlängert wird.

Nach der Verletzung von Manuel Neuer, der nach einem Skiunfall den Rest der Saison verpassen wird, könnte sich für Sommer nun die Möglichkeit ergeben, noch einmal ganz gross auf Titeljagd zu gehen. Bayern hat in allen Wettbewerben gute Titelchancen – und Sommer würde bei einem Wechsel zumindest bis zum Ende der Saison zur neuen Nummer 1 werden, ehe möglicherweise schon der nächste Transfer nach England ansteht.

Salihamidzic: «Ich schliesse nichts aus»

Weiterhin nicht vom Tisch ist bei Bayern aber auch die Variante, den an Monaco ausgeliehenen Alexander Nübel vorzeitig zurückzuholen. «Wir prüfen verschiedene Szenarien. Aber natürlich wäre Alexander Nübel eine naheliegende Lösung. Am Ende hat die AS Monaco das letzte Wort», sagt Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic der «Sportbild» und deutet damit an, dass sich die Monegassen aktuell noch querstellen.

Ob Nübel selbst bereits zurück nach München will, ist ebenfalls fraglich, da er nicht weiter die zweite Geige hinter Neuer spielen will, welcher nächste Saison wieder zur Nummer 1 werden dürfte. Ausserdem sollen Nübel und Bayerns Goalietrainer Toni Tapalovic das Heu nicht auf derselben Bühne haben. Laut «Sky» ist eine Einigung zwischen Bayern, Nübel und Monaco «nicht in Sicht und wird auch immer unwahrscheinlicher».

So rückt Yann Sommer mehr und mehr in den Fokus. «Ich bin bekanntlich kein Freund von der Winter-Transferperiode. Aber es ist während der WM-Pause einiges passiert, also schliesse ich nichts aus», sagt Salihamidzic. «Wir versuchen, das Beste für unsere Mannschaft zu machen. Wir werden alle Optionen prüfen. Vor allem auf der Torwartposition, aber nicht nur dort. Schnellschüsse wird es nicht geben.»

Sommers Titelhunger

Sommer sagte im August zu «Sky», dass er schon seit Jahren das grosse Ziel habe, mit Gladbach noch einen Titel zu gewinnen. Der Nati-Keeper weiss aber natürlich auch, dass dies sehr schwierig wird – in dieser Saison ist es nach dem frühen Aus im Pokal schon ein Ding der Unmöglichkeit. Bei Bayern hätte der 34-Jährige die Chancen, seinen eigenen Titelhunger zu stillen – seinen letzten Titel holte Sommer 2014 mit dem FC Basel, unmittelbar vor dem Wechsel zu Gladbach.

Apropos Gladbach: Die Borussia wehrt sich mit Händen und Füssen gegen den bevorstehenden Abgang ihrer Nummer 1, zumal die Fohlen sich dann selbst rasch nach einem neuen Goalie umsehen müssten. Gladbach hat Sommer auch längst ein neues Vertragsangebot unterbreitet, doch der Schweizer zögert weiter. So deutet immer mehr daraufhin, dass man Sommer schon im Winter ziehen lässt, um immerhin noch eine Ablöse generieren zu können.

«Ab einer Schmerzgrenze von mindestens 5 Millionen Euro würde Gladbach wohl ins Grübeln kommen», schreibt die «Bild». Einen hohen Betrag für einen Spieler abzulehnen, der nur noch ein halbes Jahr Vertrag hat, könne sich Gladbach bei der durchaus angespannten finanziellen Lage kaum erlauben. Das Wintertransferfenster öffnet am 1. Januar. Eine Entscheidung könnte aber schon in den nächsten Tagen fallen.

Den Preis nicht gedrückt haben dürfte die neuste «Kicker»-Torhüter-Rangliste. Hinter Sieger Gregor Kobel landete Yann Sommer auf Platz 2 – beide Schweizer Exporte wurden in die Kategorie «internationale Klasse» eingestuft.