Eishockey-WM Fischer: «Es tut extrem weh, wird uns aber noch stärker machen»

sda / Teleclub

23.5.2019

Nationaltrainer Patrick Fischer ist trotz des unglücklichen Ausscheidens der Schweizer Nationalmannschaft an der Hockey-WM stolz auf seine Spieler, wie er im Interview erklärt.


Patrick Fischer, bitterer kann eine Niederlage nicht sein. Was geht einem durch den Kopf, wenn man 0,4 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich erhält?

«Man kann es kaum fassen. Eine Sekunde zuvor machte Simon Moser noch einen super Block. Zehn Sekunden vorher hatten wir den Puck auf dem Stock. Es tut mir einfach nur leid für die Spieler, für den Staff. Wir hatten uns gut vorbereitet, blieben immer zusammen, kämpften und schieden dann auf bittere Art und Weise aus. Gleichzeitig bin ich extrem stolz auf die Jungs. Die Einstellung war: rausgehen, das Spiel machen und gewinnen. Ich hatte das Gefühl, dass wir die Kanadier ziemlich gut im Griff hatten. Aber schlussendlich schossen sie ein Tor mehr.»

Sie können also der Mannschaft keinen Vorwurf machen?

«Es gibt immer Sachen, die wir hätten besser machen können. Das ist so in unserem Sport, das Spiel ist extrem schnell. Die Jungs gaben jedoch alles. Wir standen (vor dem 2:2) zu viert in der Schusslinie, dennoch ging der Puck irgendwie ins Tor. Scheinbar wollte es der Hockey-Gott so. Es tut weh, ist ein harter 'Lehrplätz' für uns, wird uns aber noch stärker machen.»

Wie fällt Ihr Gesamtfazit aus?

«Gegen Kanada und Tschechien waren wir sicher nicht schlechter, gegen Schweden ebenso. Das Fazit ist positiv. Es ist schade, dass wir zum Teil etwas ungestüm spielten mit dem Puck. Allerdings kamen wir den Top-Nationen über alles gesehen ein Stück näher. Wir wurden nie dominiert, ausser im ersten Drittel gegen die Russen. Vor einem Jahr hatten wir da zum Teil mehr Mühe.»

Brauchen Sie lange, um eine solche Enttäuschung zu verdauen?

«Klar braucht es seine Zeit. Es ist eine Leere vorhanden. Wir werden das Ganze zu Hause analysieren. Zuerst einmal freue ich mich aber auf die Familie. Ich bin einer, der ziemlich rasch wieder nach vorne schaut und werde alles dafür tun, dass so etwas nicht noch einmal passiert.»


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