Nach Grönborgs Wutanfall braucht der ZSC auch einen Exploit auf dem Eis

Marcel Allemann

23.11.2021

ZSC Lions Justin Sigrist, center, attempts to score against Roegle BK's goalkeeper Calle Clang, left, and Tony Sund, right, during the Champions Hockey League match between Switzerland's ZSC Lions and Sweden's Rogle BK Angelholm at the Hallenstadion Zurich, Switzerland, on Tuesday, November 16, 2021. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Die ZSC Lions (M. Justin Sigrist) benötigen gegen das starke Rögle einen Exploit.
Bild: Keystone

Die ZSC Lions (heute) und Fribourg (morgen) brauchen in ihren Achtelfinal-Rückspielen Auswärtssiege, um in der Champions Hockey League verbleiben zu können. Schafft es kein National-League-Verein in die Viertelfinals, wäre das kein Ruhmesblatt für das Schweizer Eishockey. 

Marcel Allemann

23.11.2021

Die ZSC Lions haben vor Wochenfrist ihr Heimspiel gegen den schwedischen Vizemeister Rögle mit 3:4 verloren und stehen nun vor der Herkulesaufgabe, diesen Schaden heute Abend um 18:05 Uhr (live auf blue Zoom oder im Live-Stream auf blue News) auswärts korrigieren zu müssen. Dass Garrett Roe sich am Sonntag nach dem widerlichen Crosscheck von Mark Barberio (Lausanne) einen Kieferbruch zugezogen hat und mehrere Wochen ausfällt, gestaltet diese auch nicht wirklich einfacher.



Entgegen kommt den Zürchern auch nicht, dass sie aktuell nicht wirklich ihr bestes Hockey spielen. Der 1:0-Heimsieg am Sonntag gegen Lausanne war ein Knorz und am Samstag erlebte der «Zett» ein wahres Debakel, als er auswärts gegen den SC Bern mit 1:6 verlor.

ZSC muss Lösung gegen Tambellini finden

Deshalb kamen zuletzt beim in der National League nur auf Rang 6 klassierten Meisterkandidaten auch immer wieder Trainerdiskussionen auf. Diese wurden zuletzt durch den schillernden Auftritt von Rikard Grönborg abgelöst, als sich der ZSC-Coach am Sonntag nach dem Spiel verbal mit dem halben Lausanne HC anlegte und das Verhalten verschiedener Protagonisten der Westschweizer anprangerte.



Ein positives Resultat in seiner schwedischen Heimat käme Grönborg derzeit zweifellos gelegen. Ein Schlüssel dazu wäre sicherlich, wenn es den Zürchern gelingen würde, den kanadischen Stürmer Adam Tambellini zu stoppen. Der Sohn von Steve Tambellini und jüngere Bruder von Jeff Tambellini, die in früheren Jahren beide für den ZSC spielten, war beim Hinspiel mit zwei Toren und zwei Assists der überragende Akteur.

Selbst Schweizer Erfahrungen bringen bei Rögle Dennis Everberg, der in der Saison 2018/19 für den EV Zug spielte und Ted Brithén, der letzte Saison ein kurzes und unglückliches Gastspiel beim SC Bern gab, mit.

Die Niederlage zur Unzeit für Fribourg

Morgen um 18 Uhr (live auf blue Zoom oder im Live-Stream auf blue News) schickt sich dann der HC Fribourg-Gottéron auswärts bei Red Bull München an, seinen 2:4-Rückstand aus dem Hinspiel noch zu drehen. Es war für den aktuellen Leader der National League die erste Niederlage im Rahmen der Champions-Hockey-League-Kampagne 2020/21. Und daher eine Niederlage zur Unzeit.



Nach den jüngsten Pleiten der Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland an der WM und am Deutschland Cup zog somit die nächste Schweizer Mannschaft gegen einen deutschen Vertreter den Kürzeren, was natürlich nicht dem entspricht, was man sich hierzulande bei diesem Länder-Vergleich vorstellt.

Überhaupt sind die Performances der Schweizer Equipen in der Champions League unbefriedigend. Zug, Lugano und Lausanne mussten bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. Und nun also die Heimniederlagen der beiden noch verbliebenen Vertreter in den Hinspielen der Achtelfinals. Nur mit zumindest einem Exploit lässt sich noch vermeiden, dass kein Schweizer Verein in den Viertelfinals dabei sein wird.

Seit die neue Champions Hockey League 2014 lanciert wurde, wäre es das dritte Mal nach 2014/15 und 2018/19, dass die Viertelfinals ohne Schweizer Beteiligung stattfinden würden. Die bislang besten zwei Jahre waren bislang 2016 und 2017 als zuerst Davos und danach auch Fribourg in die Halbfinals einziehen konnten.