«Zit zum Goo» Basler Fans fordern Rücktritt von Präsident Burgener «zum Wohle des Klubs»

jar

17.6.2020

Die Basler Muttenzerkurve fordert die gesamte Vereinsführung rund um Präsident Bernhard Burgener zum Rücktritt auf.
Die Basler Muttenzerkurve fordert die gesamte Vereinsführung rund um Präsident Bernhard Burgener zum Rücktritt auf.
Bild: Keystone

Zwei Tage vor dem Re-Start in der Super League fordert die Basler Muttenzerkurve die Rücktritte mehrerer Führungsmitglieder. Zuoberst auf der Abschussliste: Präsident Bernhard Burgener.

«Zit zum Goo!» – das ist die Überschrift in einem Schreiben der Muttenzerkurve, der berühmten Fan-Kurve des FC Basel. Die treuen Anhänger der Bebbi fordern die gesamte Vereinsführung dazu auf, ihren Platz zu räumen. Die Fans schreiben, sie hätten der Führung rund um Präsident Bernhard Burgener lange den Rücken gestärkt. Zwar hätten sie sich zu einzelnen Themen wie eSports oder Indien auch kritisch geäussert, letztlich habe man aber immer gehofft, dass eine Entwicklung stattfinden würde.

Nun scheint die Geduld der Muttenzerkurve aber am Ende. «Der intensive Austausch in den letzten Monaten mit unterschiedlichen Exponenten führte uns zur endgültigen Einsicht, dass wir unter der aktuellen Führung keine Perspektive mehr für den FCB sehen. Wir erachten sie als nicht fähig, durch die Krise zu führen beziehungsweise die kommenden Herausforderungen zu meistern», schreiben die Fans. «Zum Wohle des Klubs fordern wir deshalb die komplette Führung dazu auf, aus allen Verantwortungspositionen zurückzutreten.»

Namentlich genannt werden neben Präsident Burgener, auch CEO Roland Heri, Vorstandsmitglied Peter von Büren, Ambassadeur Karl Odermatt und Verwaltungsrat Massimo Ceccaroni. Ausgenommen von der Rücktrittsforderung sei einzig Miteigentümer David Degen, «da dieser erst seit Dezember 2019 im Verwaltungsrat der FC Basel Holding AG ist. Von ihm erwarten wir lediglich, dass er einer künftigen Lösung nicht im Wege steht».

«Grösste Krise seit knapp 30 Jahren»

Drei Jahre nach dem Rücktritt von Erfolgspräsident Bernhard Heusler und der Übernahme von Burgener befinde sich der FC Basel «in der grössten Krise seit knapp 30 Jahren», meinen die Fans. «Die finanziellen Reserven waren schon Ende 2019 nahezu aufgebraucht und der FCB steckt weiterhin in einer gewaltigen finanziellen Schieflage. Das strukturelle Defizit konnte unter der neuen Führung bisher kaum verringert werden und die Folgen der Corona-Pandemie brachten den Klub noch schneller in existenzielle Schwierigkeiten, als dies ohnehin bald der Fall gewesen wäre.»



Nicht nur finanziell sei die Krise offensichtlich. Der neuen Führung sei es auch nie gelungen, durch ihr Handeln sowie ihre Kommunikation Vertrauen zu gewinnen. «Trotz gewissen Lichtblicken ist das Vertrauen Stück für Stück ­– und mit jedem Tiefschlag umso mehr – verloren gegangen und der Klub auseinandergebrochen», so die Muttenzerkurve. Die ständigen Negativschlagzeilen um den einstigen Serienmeister – wie etwa der Lohnstreit mit den Spielern und die Debatte um Trainer Marcel Koller – sind den Fans ein Dorn im Auge.

Kein Rücktritt per sofort gefordert

«Schon jetzt ist der angerichtete Schaden enorm und lässt sich für die Zukunft kaum abschätzen – finanziell, aber auch für das Ansehen des Klubs. Die jetzige Führung befindet sich in einem Teufelskreis und wir sehen sie nicht in der Lage, diesen zu durchbrechen», heisst es im Schreiben. Die Fans betonen jedoch auch, dass sie «keinen Rücktritt per sofort» verlangen und den Verein so ins totale Chaos zu stürzen, sondern «einen Rücktritt auf Zeit».



Es soll ein geordneter und transparenter Übergang zu neuen Besitzern und einer neuen Führung aufgegleist werden. Ein Besitzer, der «unsere Vision von einem lokalen und in Zukunft finanziell breit abgestützten FCB» teile. Man erhoffe sich, dass künftig die wichtigsten Personalentscheide an der Vereinsversammlung getroffen werden. «Aufgrund des mangelnden Vertrauens in die Fähigkeiten der bisherigen Führung fordern wir zusätzlich, dass dieser Übergang von externen Personen aus der FCB-Fangemeinde und dem Umfeld des Klubs eng begleitet wird.»

Die Vereinsführung hat sich bislang noch nicht zu den Forderungen der Fans geäussert.

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