Constantin: «Wenn mein Sohn Barthélémy nicht da wäre, hätte ich mit Fussball aufgehört»

red

15.7.2021

Christian Constantin stellt den FC Sion neu auf.
Christian Constantin stellt den FC Sion neu auf.
Bild: Keystone

Der FC Sion startet den Neuaufbau mit personeller Verstärkung um Präsident Christian Constantin. Dabei setzt man im Wallis auf Gelson Fernandes und Massimo Cosentino, die neue Energie bringen sollen.

red

15.7.2021

«Ich brauche Energie um mich herum, um die Lust zu behalten», sagt Constantin bei der Pressekonferenz vor der Saison in Martigny. «Wenn mein Sohn Barthélémy (Sportchef) nicht da wäre, hätte ich mit Fussball aufgehört. Ich habe rund 100 Millionen Franken in den Fussball gesteckt, aber was würde das alles für einen Sinn machen ohne die jungen Leute im Verein und ohne meinen Sohn?», so Constantin.

Um die Flamme am Leben zu erhalten und seine Mannschaft wiederzubeleben – die seit sechs Jahren keinen Pokal mehr gewonnen hat und im Frühjahr nur haarscharf am Abstieg vorbeigeschrammt ist –  hat der umstrittene Präsident zwei neue Hoffnungsträger ins Wallis geholt: Den ehemaligen Natispieler Gelson Fernandes, der den neuen Posten des Vizepräsidenten übernimmt. Und Massimo Cosentini, früherer Generalsekretär bei Inter Mailand, der als Geschäftsführer fungiert. «Wir werden versuchen, die Leistung auch im Büro zu maximieren», versprach der 41-jährige Italiener.



Kader verkleinern – und neue Spieler holen

Zwei renommierte und erfahrene Männer, die aber noch jung sind und neben Empathie über Enthusiasmus verfügen. Sie sollen den dringend benötigten neuen Schwung reinbringen , den der angeschlagene Klub braucht. Es bestehe eine gegenseitige Abhängigkeit, wie «CC» festhält. «Ich wäre am Ende ohne sie (im Verein) und sie wären am Ende ohne mich», meint der Präsident, der das Fundament des Vereins stärken will, um ein starkes Erbe zu hinterlassen.

Le nouveau directeur general du FC Sion Massimo Cosentino, gauche, et le nouveau vice-president du FC Sion Gelson Fernandes, droite, parlent lors de la conference de presse d'avant-saison du club de fottball de Super League du FC Sion ce mercredi 14 juillet 2021 a Martigny. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Massimo Cosentino (l.) und Gelson Fernandes sollen ihr Fachwissen beim FC Sion einbringen.
Bild: Keystone

Für die Saison 2021/22 hat Sion ein Budget von 23,5 Millionen Franken eingeplant, also im ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr. Es wurden trotz der neuen Konzepte keine konkreten Ziele festgelegt: «Das sind nur Worte. Es ist das Spielfeld, das entscheidet», so «Mister Totomat». Bis Ende August wird die Mannschaft noch auf rund zwanzig Spieler «verschlankt». Der Präsident will sich daher noch von vier oder fünf Spielern trennen und zwei weitere Profis einstellen.

«Kompliziert für alle»

Constantin prognostiziert eine komplizierte Saison, was aber für alle Teams gelte «Bei Corona tappen wir noch im Dunkeln. Aber es ist besser als der blinde Tunnel, durch den wir letztes Jahr gefahren sind», analysiert der 64-Jährige. Er sieht für viele der europäischen Vereine, welche nun überschuldet seien, bis zum Herbst ein «Gemetzel» voraus. Auf der anderen Seite gebe es mehr Spieler auf dem Markt, was die Preise und Löhne stark reduziere. Kurzum: Es liegt an Sion, seine Nische zu finden.

Der Verein will nach der Kaderreduktion wieder vermehrt junge Spieler in die erste Mannschaft integrieren. Bald will man auch seine Neuzugänge, darunter mit Kevin Bua und Luca Zuffi zwei altbekannte Namen in der Super League, gebührend vorstellen. «Ich habe das Team gesehen, es sind gute Jungs mit viel Begeisterung», gibt sich Gelson Fernandes optimistisch. Der ehemalige Mittelfeldspieler freut sich auch auf die Zusammenarbeit mit Barthélémy Constantin, den er seit rund zwanzig Jahren kennt.