Die erste Mannschaft muss bis 17. Juli in Quarantäne – Spiele gegen Sion und Basel fallen aus

Jennifer Furer / Luca Betschart

10.7.2020 - 17:19

Wie gehts für die Super League nach dem positiven Test von Mirlind Kryeziu weiter?
Bild: Keystone

FCZ-Profi Mirlind Kryeziu wurde am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet. Gemäss Informationen von «Bluewin» muss nun die gesamte erste Mannschaft in Quarantäne.

Kryeziu zeige leichte Symptome, schreibt der FC Zürich auf seiner Website. Sämtliche für das Spiel vom Samstag gegen Sion einsatzfähigen Spieler sowie die Staff-Mitglieder werden vorsorglich getestet, wie der Verein mitteilt. Die Resultate stehen Stand 17:30 Uhr am Freitag noch aus. Ausserdem würden Abklärungen bei Personen im Umfeld der ersten Mannschaft erfolgen.



Unabhängig davon, ob weitere Spieler oder Funktionäre infiziert sind, stellen sich für den FC Zürich und die gesamte Liga nun zahlreiche Fragen bezüglich weiteren Massnahmen. Gemäss dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS ist das nicht Angelegenheit des Bundes. Stattdessen seien der Verein sowie die kantonale Behörde für allfällige Vorkehrungen zuständig.



FCZ bestätigt Quarantäne-Pflicht

Gemäss der Zürcher Gesundheitsdirektion müssen alle Spieler und Personen des FC Zürich, die nach dem Spiel in Neuenburg am Dienstag im Teambus gesessen seien, für zehn Tage in Quarantäne, sagt Sprecher Marcel Odermatt zu «Bluewin». Der FCZ bestätigt am Freitagabend via Tweet:

Spiele gegen Sion und Basel abgesagt

Der Verein schreibt in seiner Stellungnahme weiter: «Dies bedeutet, dass der FC Zürich die beiden Spiele gegen den FC Sion (11. Juli) sowie den FC Basel 1893 (14. Juli) nicht plangemäss bestreiten kann. Ob das Heimspiel gegen YB am Samstag, 18. Juli 2020, durchgeführt werden kann, ist noch offen.»

Über das weitere Vorgehen und mögliche Neuansetzungen der Spiele befinde sich der FC Zürich in engem Austausch mit der Swiss Football League. «Details zu diesen Fragen und zu möglichen Terminen können zum heutigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden.»

Wie weiter mit Neuchâtel Xamax?

Noch noch nicht entschieden ist, ob auch die Mannschaft von Neuchâtel Xamax in Quarantäne muss. Nach Aussagen des Neuenburger Kantonsarztes Claude-François Robert ergreift Neuchâtel Xamax aktuell aber keine Massnahmen, da man aus Zürich keine Informationen über eine mögliche Exposition, wie etwa einen langen gemeinsamen Kabinenaufenthalt der Spieler hätte. Laut Schutzkonzept sollte es auch nicht zu einer solchen kommen. Ist es trotzdem passiert, müssten die Xamax-Spieler ebenfalls in Quarantäne, wie Robert gegenüber «Bluewin» erklärt. Man stehe diesbezüglich in engem Austausch mit den Mannschaftsärzten.

Das Spiel am Samstag gegen Sion (18:15 Uhr) könnte der FCZ aber trotzdem bestreiten, jedoch nicht mit der ersten Mannschaft. 

Wie gehen andere Vereine vor?

Da die Inkubationszeit durchschnittlich fünf bis sechs Tage, teilweise bis zu 14 Tagen, beträgt, sind möglicherweise aber auch weitere Mannschaften direkt betroffen. Dazu gehört Servette, das am vergangenen Samstag zu Gast im Letzigrund war. Kryeziu wurde in der 81. Minute eingewechselt. Thun trat am 1. Juli gegen die Zürcher an, Kryeziu spielte durch und reihte sich gar unter die Torschützen.

Auf Anfrage von «Bluewin» sagt ein Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion, dass für den FC Thun eine Quarantäne nicht infrage komme. Schliesslich hätten eigene Spieler schon Symptome zeigen müssen – bisher sei das aber nicht passiert. Es sei kein Hotspot auszumachen. Der FC Sion, nächster Gegner des FCZ, liess verlauten, dass man für das am Samstagabend angesetzte Spiel wie geplant bereits heute anreisen und abwarten werde, ob der FCZ trotz Quarantäne antreten werde.

Droht gar der Saisonabbruch?

Eine Fortsetzung der Meisterschaft steht derweil zur Diskussion. Da der nationale Spielbetrieb bis zum ersten August-Wochenende beendet sein muss, ist der Spielraum stark begrenzt. Die während einer allfälligen Zürcher Quarantäne angesetzten Partien zu verschieben, ist deshalb wohl keine Option. Das letzte Wort in Sachen Saisonabbruch hat die Fussballliga, die sich zur Stunde noch nicht geäussert hat.

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