Fristlos gekündigt

Djourou verklagt Sion: «Ich bin kein geldgieriger Söldner»

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9.4.2020

Fühlt sich in der Ehre verletzt: Johan Djourou.
Bild: Keystone

Johan Djourou zieht nach seiner fristlosen Entlassung den FC Sion vor Gericht und verklagt den Walliser Klub wegen Ehrverletzung.

Der langjährige Verteidiger der Schweizer Nationalmannschaft war einer von neun Spielern, welchen Sion-Präsident Christian Constantin am 19. März im Zuge der Coronavirus-Krise fristlos gekündigt hatte. Die Spieler weigerten sich, einen Vertrag für Kurzarbeit zu unterschreiben.

Nun hat Djourou eine Klage wegen Ehrverletzung gegen den Walliser Super-League-Klub eingereicht, wie die Zeitung «Le Nouvelliste» berichtet. «Ich wehre mich nicht, um Geld zu bekommen oder wieder im Kader aufgenommen zu werden», sagt Djourou.

Es gehe ihm darum, den durch diesen Fall entstandenen Schaden vor Gericht wiedergutzumachen. «Ich und meine Teamkollegen wurden als geldgierige Söldner verunglimpft. Das sind wir nicht. Falls mir das Gericht recht gibt, werde ich das Geld spenden», so der 33-jährige Genfer weiter.

Am 23. Januar war die Welt im Wallis noch in Ordnung: Johan Djourou unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende.
Bild: Keystone

Vor wenigen Wochen legte der Verteidiger seinen Vertrag offen, um zu zeigen, dass sein Lohn von monatlich 7'500 Franken deutlich unter der Obergrenze für Kurzarbeit liegt. «Ich verliere mit Kurzarbeit kaum Geld. Es geht mir wirklich einzig um die Sache», sagte Djourou damals und hielt fest, dass er und seine Familie zutiefst von den Vorwürfen getroffen wären: «Ich hatte während meiner ganzen Karriere einen tadellosen Ruf. Ein solcher Makel ist inakzeptabel, und genau dafür gebe ich Sion aktuell die grösste Schuld.»

Nach der fristlosen Kündigung liess der frühere Arsenal-Profi noch verlauten, dass er und seine Kollegen «nach wie vor gesprächsbereit» seien. Dies scheint sich nun endgültig zerschlagen zu haben. Laut Djourou haben auch andere Spieler Klagen gegen den FC Sion eingereicht.



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