Wer hat die besten Karten im Kampf um die Europa-League-Plätze?

22.5.2019 - 04:04, SDA

Welcher Super-League-Klub hat die besten Karten für Europa?
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Welcher Super-League-Klub hat die besten Karten für Europa?

Noch sechs Super-League-Teams dürfen sich Hoffnungen aufs europäische Geschäft machen. So ist die Ausgangslage.

21.05.2019

Lugano (44 Punkte), Thun, Luzern, Zürich (je 43) und St. Gallen (42) machen in den letzten zwei Runden der Super League drei Plätze in der Europa League aus. Die drei Plätze sind verschieden wertvoll.

Europa-League-Teilnahme? Die drei Tickets für die Mannschaften auf den Plätzen 3 bis 5 der Super League haben bei weitem nicht alle den gleichen Wert. Nach dem für die nächste Saison gültigen Ranking der UEFA gelangt der Schweizer Cupsieger direkt in die Gruppenphase. Er hat sechs Gruppenspiele und Prämien in Millionenhöhe auf sicher. In der ablaufenden Saison kam Cupsieger FC Zürich sogar noch über die Gruppenphase hinaus.

Thun hätte letzten Sonntag diesen Platz einnehmen können, aber die Berner Oberländer verloren den Cupfinal. Cupsieger Basel beansprucht den Platz nicht, weil er als Zweiter der Meisterschaft in die Qualifikation zur Champions League gelangt. Also geht der begehrte Platz zurück in die Verlosung. Thun muss sich neu bewerben.

Der 3. Platz in der Super League ist also gleichsam ein Europa-League-Ticket erster Klasse. Es ist der mit Abstand am meisten begehrte Platz, um den es in den letzten zwei Meisterschaftsrunden noch geht. Die Mannschaften in den Rängen 4 und 5 hingegen werden in der Holzklasse Platz nehmen müssen. Der Vierte der Super League muss in der dritten von vier Qualifikationsrunden in den Wettbewerb eingreifen, der Fünfte sogar schon in der zweiten Qualifikationsrunde. Das bedeutet, dass sie zwei respektive drei Gegner in Hin- und Rückspielen ausschalten müssen, um ebenfalls in die Gruppenphase zu kommen.

Blickt man auf die Ergebnisse der letzten vier Saisons zurück, schwant einem Böses. Zehn Schweizer Mannschaften nahmen in der Qualifikation Anlauf, und keine kam weiter. Zwei Drittel aller Runden – 10 von 15 – gingen verloren.

Schlechte Bilanz

In den letzten zwei Saisons war die Bilanz noch übler. Vergangenen Herbst wurde der FC Basel von der Champions-League-Qualifikation in die Europa-League-Qualifikation verwiesen. Dort setzte er sich gegen Vitesse Arnhem durch, bevor er an Apollon Limassol scheiterte. St. Gallen und Luzern schieden sofort aus, ebenso wie Luzern und Sion in der Saison davor. Sions klägliches Out gegen die litauische Mannschaft Suduva Marijampole war für den helvetischen Fussball sogar der Tiefpunkt in den vier erwähnten Saisons.

Vor fünf und sechs Jahren war der Erfolg der Schweizer Vertreter noch recht beachtlich. Im Herbst 2013 kamen Thun (immerhin gegen Partizan Belgrad) und St. Gallen (immerhin gegen Spartak Moskau) über die Playoffs in die Gruppenphase. 2014 schafften es die Young Boys (gegen Debrecen) und Zürich (gegen Spartak Trnava). In der Fünfjahreswertung der UEFA sind die damals geholten Punkte erloschen. Auch deshalb wird die Zuteilung der Plätze für die Schweiz in der Saison 2020/21 bedeutend ungünstiger ausfallen. Also gilt es, den Moment, in dem der Cupsieger respektive der Dritte der Super League direkt in die Gruppenphase kommen, zu geniessen.

In den letzten vier Jahren waren die in der Qualifikation der Europa League gescheiterten Mannschaften oftmals auch in der jeweiligen Meisterschaft nicht in Form. Thun und Zürich waren 2015 in der Vorrunde der Super League Siebter und Neunter, Zürich stieg am Ende in die Challenge League ab. 2017 schnitten die Gescheiterten im Herbst der Meisterschaft noch schlechter ab: Luzern war Achter, Sion Letzter.

Die Super-League-Spiele vom Mittwoch im Überblick

Grasshoppers – Sion (bisherige Duelle der Saison: 2:1, 0:0, 0:3 forfait). – Mittwoch, 20.00 Uhr. – SR Dudic. – Absenzen: Nathan, Zesiger, Arigoni, Kamber und Kastrati (alle verletzt); Abdellaoui, Grgic, Raphael und Blasucci (alle verletzt). – Fraglich: Cvetkovic, Tarashaj und Ngoy; – . – Statistik: Für Sion ist dieses Geisterspiel eine fabelhafte Gelegenheit, die letzte Abstiegsgefahr zu bannen – gegen die desolate Absteigermannschaft, die ihre letzten drei Spiele mit 1:11 Toren verlor. Die Hoppers müssen in ihrem letzten Heimspiel dank dem Ausschluss der Zuschauer wenigstens nicht noch dafür sorgen, dass die Chaoten in ihrem Umfeld nicht auch noch im eigenen Stadion einen Spielabbruch provozieren. Trainer Uli Forte jetzt alle Energie in die Planung der Saison in der Challenge League setzen. Er tut dies nach eigenen Worten «mit Vollgas».


Luzern – Zürich (0:1, 2:5, 1:1). – Mittwoch, 20.00 Uhr. – SR Tschudi. – Absenzen: Kakabadse (gesperrt) Juric und Knezevic (beide verletzt); Nef (gesperrt), Winter, Hekuran Kryeziu und Aliu (alle verletzt). – Fraglich: Cirkovic; – . – Statistik: Seit Ende September hatte der FC Zürich nie mehr zwei Spiele in Folge gewonnen, aber mit der Doublette in den letzten zwei Wochen haben die Zürcher viel erreicht: den Ligaerhalt und eine ziemlich gute Position im Kampf um einen Platz in der Europa League. Aber auch Luzern will wieder europäisch werden. So, gesehen ist das Spiel recht brisant. In den direkten Vergleichen mit Zürich in dieser Saison liessen die Innerschweizer acht Punkte liegen.


Neuchâtel Xamax – Lugano (2:1, 2:2, 0:0). – Mittwoch, 20.00 Uhr. – SR Erlachner. – Absenzen: Di Nardo (gesperrt) und Serey Die (verletzt); Gerndt, Crnigoj (beide gesperrt), Piccinocchi, Janko, Macek und Da Costa (alle verletzt). – Fraglich: – ; Carlinhos. – Statistik: Die grandiose Aufholjagd in der Rückrunde hat den Neuenburgern noch nicht viel eingetragen. Sie konnten den direkten Abstieg GC überlassen, aber die Barrage droht nach den letzten zwei Niederlagen mehr als je. Mit vier Punkte Rückstand auf das ebenfalls noch gefährdete Sion müssen sie überdies auf fremde Hilfe hoffen. Im Heimspiel gegen Lugano errang Xamax im September einen von zwei Siegen in der ganzen Vorrunde. Lugano benötigt wie ein paar andere Mannschaften einen Sieg, um sich im Rennen um einen europäischen Platz zu halten.


St. Gallen – Young Boys (0:2, 2:3, 2:3). – Mittwoch, 20.00 Uhr. – SR Fähndrich. – Absenzen: Wiss und Lüchinger (beide verletzt); Sulejmani, Aebischer und Camara (alle verletzt). – Statistik: Die Young Boys sind – ähnlich wie Luzern – für den FC St. Gallen je länger, je mehr ein rotes Tuch. Die Ostschweizer siegten gegen die Berner letztmals im April 2015 bei einem 3:1 zuhause. Seither holten sie aus 17 Duellen nur fünf Punkte mit fünf Unentschieden. Die letzten sechs Direktbegegnungen gingen allesamt verloren. Auch diesmal werden die Trauben für die Spieler von Trainer Peter Zeidler hoch hängen, falls die Berner die gleiche Lust am Spiel zeigen wie zuletzt in Sitten (4:0), gegen Basel (3:1) und gegen GC (6:1).


Thun – Basel (1:1, 2:4, 3:1). – Mittwoch, 20.00 Uhr. – SR Klossner. – Absenzen: Spielmann (gesperrt), Hediger und Rodrigues (beide verletzt); Widmer, Balanta (beide verletzt) und Van Wolfswinkel (krank). – Fraglich: Tosetti, Karlen und Sutter; Stocker. – Statistik: Der FC Thun muss sich drei Tage nach dem verlorenen Cupfinal in der kleinen Revanche steigern, wenn er weiter um die vorderen, in die Europa-League-Ausmarchung führenden Plätze spielen will. Die Basler haben bei den Berner Oberländern ihrerseits eine Rechnung offen. Sie verloren im November auswärts nach einer 2:0-Führung 2:4 und erlitten dadurch jene Niederlage, mit der sie sich gegenüber den Young Boys im Titelrennen vorentscheidend zurückwerfen liessen.


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