Görtler: «Dürfen dieses Riesen-Erlebnis gegen GC nicht einfach so wegschmeissen»

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8.4.2021

Lukas Görtler mahnt im Interview nach dem Sieg bereits vor dem anstehenden Cup-Viertelfinal gegen GC.
Bild: Printscreen SRF

Aus der Traum vom erneuten Berner Double: Meister und Titelverteidiger YB scheitert im Cup-Achtelfinal an einem wild entschlossenen St. Gallen. Die gemischten Reaktionen bei «SRF» aus beiden Lagern.

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8.4.2021

Peter Zeidler, Trainer St. Gallen

«Wir haben in den entscheidenden Momenten etwas Glück benötigt. Am Schluss (ist das Resultat) etwas zu hoch. Aber sie haben sich das verdient. Gratulation auch von meiner Seite.»

«Es ist immer eine Mischung aus Mentalität, dass man viel Energie hat und natürlich taktischen Prinzipien. Diese haben wir heute gut auf den Platz gebracht. Jeder hat den anderen unterstützt in der Balleroberung, wir haben auch nach vorne wirklich Akzente gesetzt mit unseren offensiven Spielern. Und dann braucht man manchmal Glück, aber Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige in den entscheidenden Momenten. Sonst wären sie doch noch rangekommen.»

«Den Cup stellen wir jetzt ein bisschen zurück. Wir haben wieder eine Möglichkeit, am Sonntag in Bern Punkte zu machen. Punkte sind dringend nötig in dieser engen Liga. Und dann, ab Sonntagabend auf der Rückfahrt, freuen wir uns dann auf das Spiel bei den Grasshoppers.»



Lukas Görtler, Vize-Captain St. Gallen

«Ich muss ein Riesen-Kompliment machen an die Mannschaft. (…) Wir haben eine gute Qualität, aber um Spiele zu gewinnen, brauchen wir mehr als nur gut zu sein. Da brauchen wir Mentalität, und das haben wir heute gezeigt. Ich bin glücklich und stolz auf die Mannschaft, dass wir so eine – ich würde fast sagen – überragende Leistung abgeliefert haben.»

«Es ist jetzt die Gefahr, dass wir jetzt sagen: Wir haben YB rausgeschmissen mit 4:1, jetzt marschieren wir so durch. Ich glaube, dass das nächste Spiel mindestens genauso schwer wird. Einfach nur, weil wir uns dann wieder auf einen neuen Gegner fokussieren müssen und es geht wieder bei 0:0 los. Den Fehler, den wir jetzt nicht machen dürfen, ist, das Riesen-Erlebnis von heute gegen GC dann einfach so wegzuschmeissen.»

Fabian Lustenberger, Captain YB

«St. Gallen hat es heute sehr gut gemacht und nicht unverdient gewonnen. (…) Es war immer auf Messers Schneide. Sie haben sich das Spielglück oder das Abschlussglück erarbeitet und nicht unverdient gewonnen. Deshalb müssen wir das akzeptieren. Das ist zwar schwierig, im Cup das zu akzeptieren, weil es heisst Siegen oder Fliegen. Aber es gehört dazu zum Fussball. Niederlagen und auch schlechtere Spiele – das haben wir heute eingezogen.»

Gerardo Seoane, Trainer YB:

«Es gilt sicher, den Gegner zu loben, der einen guten Match gemacht hat. Andererseits sind wir auch selbstkritisch mit unserer Leistung, wir haben heute nicht unser bestes Niveau erreicht. Wir wissen, dass es immer schwierig ist, in St. Gallen zu spielen. Trotzdem haben wir uns das anders vorgestellt. Wir hatten viele Eigenfehler, waren nicht so wach wie wir das sonst sind und kamen häufig auch einen Schritt zu spät. In der Gesamtsumme über 90 Minuten ist St. Gallen heute der verdiente Sieger.»

«Jeder Wettbewerb ist uns extrem wichtig. Wir wissen, dass der Cup immer spezielle Gesetze hat. Und es ist nicht selbstverständlich, dass man jedes Jahr in den Cupfinal kommt, oder dass man den Cup gewinnen kann. Dieser Wettbewerb hat seine Schwierigkeiten, auf den Tag X muss man Leistung bringen. Es ist immer alles möglich. Es ist sehr schade, einerseits weil wir unbedingt weiterkommen wollten, andererseits weil uns jetzt einige Matches fehlen werden, die wir gerne bestritten hätten. Sehr ärgerlich und wir sind sehr enttäuscht.»