FC Basel

Arbeitsplätze retten – deshalb lässt der FCB Zhegrova ziehen

lbe

3.4.2020

Muss den FC Basel im Sommer wieder verlassen: Edon Zhegrova.
Muss den FC Basel im Sommer wieder verlassen: Edon Zhegrova.
Bild: Getty

Trotz überzeugenden Auftritten lässt der FC Basel die Kaufoption für den ausgeliehenen Edon Zhegrova verstreichen, weshalb er Ende Saison nach Belgien zurückkehrt. CEO Roland Heri erklärt «Bluewin», wieso.

Im Februar 2019 stösst Edon Zhegrova als Leihspieler zum FC Basel und kommt seither in 27 Pflichtspielen zum Einsatz. Mit zwei erzielten Toren und vier Assists ist die Leistungsbilanz zwar überschaubar, doch der erst 21-Jährige macht seit seinem Wechsel zu den Bebbi Fortschritte. An einem guten Tag umkurvt Zhegrova seine Gegenspieler mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht.

Bernard Challandes, unter dem Zhegrova als 18-Jähriger in der kosovarischen Nationalmannschaft debütiert, hält grosse Stücke auf den dribbelstarken Mittelfeldspieler: «Er ist ein ausserordentlicher Fussballer. Klar ist er noch nicht Messi – aber mit dem Ball am Fuss hat er Qualitäten.»

Zu gross ist die wirtschaftliche Unsicherheit

Aufgrund seiner flinken Spielweise gilt Zhegrova auch als «Messi der Super League». Nichtsdestotrotz zieht der FCB die Kaufoption für seinen Leihspieler von 3,5 Millionen Franken nicht und lässt die am 31. März ablaufende Frist verstreichen. Marc van Osselaer, Berater von Zhegrova, versteht die Welt nicht mehr. Es sei schade, könne sein Klient nicht in der Stadt am Rhein verbleiben. «Edon hat sich beim FCB gut entwickelt, er wäre gerne in Basel geblieben. Wir sind enttäuscht über die Entscheidung der Verantwortlichen», sagt der Belgier gegenüber «Blick».



Auf Anfrage von «Bluewin» nennt Basels CEO Roland Heri jetzt die Beweggründe des 20-fachen Schweizer Meisters: «In dieser Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit erachtet der Verwaltungsrat der FC Basel 1893 AG eine Investition in substanzieller Höhe für nicht opportun. Die unternehmerische Absicherung des Klubs und der Arbeitsplätze aller Mitarbeitenden steht aktuell im absoluten Fokus aller Anstrengungen des Verwaltungsrates.»

Für die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle wurde aufgrund der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet und mit den Profis werden Massnahmen zur Lohnreduktion besprochen. In solchen Zeiten sind also selbst die kolportierten 3,5 Millionen Franken viel Geld – für einen Spieler vom Format Zhegrova aber eigentlich ein Schnäppchenpreis.

Der Zug ist abgefahren

Denn Zhegrovas Fortschritte entgehen den zahlreichen Scouts aus den europäischen Topligen nicht, bereits etliche Klubs sollen Interesse an einer Verpflichtung zeigen. «Jeder sucht solche Spieler, die mit einer Aktion eine Verteidigung aushebeln können», bestätigt Berater Van Osselaer. Zudem habe Zhegrova sein enormes Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. «Wir dürfen nicht vergessen, dass er damals im Kosovo erst mit 12 Jahren einem Klub beigetreten ist. Und dass er vorher nur auf der Strasse gekickt hat.»

Deshalb steht für den Belgier ausser Frage, dass der FCB diesen Entscheid dereinst bereuen wird – aus sportlicher, aber auch aus finanzieller Sicht: «Basel hätte mit Egon Gewinn gemacht, wenn man die Option gezogen hätte.»

Doch dieser Zug ist nun abgefahren, einen Weg zurück gibt es nicht. «Nein, dafür ist es zu spät», bestätigt Van Osselaer. «Er wird nach dem Ende der Saison zum KRC Genk zurückkehren, dort hat er noch einen gültigen Zweijahresvertrag.» In Belgien wird man zurückkehrenden Zhegrova bestimmt mit offenen Armen empfangen.

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