Kurzarbeit Keine Entschädigung mehr für trainierende Fussball-Teams – «Bringt uns in schwierige Lage»

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8.5.2020

Noch immer ist nicht klar, ob die aktuelle Fussball-Saison zu Ende gebracht werden kann.
Noch immer ist nicht klar, ob die aktuelle Fussball-Saison zu Ende gebracht werden kann.
Bild: Keystone

Das SECO hat entschieden: Sobald Schweizer Profi-Fussballteams den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen, ist die Anmeldung für Kurzarbeit nicht mehr erlaubt. Das bringt viele Klubs in die Bredouille.

Ab kommendem Montag dürfen die Schweizer Fussballklubs wieder trainieren. Anders als im Breitenfussball geniessen die Profiteams mehr Freiheiten, dürfen auch Zweikämpfe mit Körperkontakt bestreiten und müssen die Trainingsgruppen auch nicht auf maximal fünf Personen beschränken.

Auch wenn der Bundesrat grünes Licht für einen Neustart in der Super League und Challenge League im Juni gegeben hat, verzichten die meisten Super-League-Teams noch auf die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. Denn wie die Swiss Football League am Donnerstag bekannt gibt, hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) der SFL mitgeteilt, dass die Klubs ab dem Moment des Trainingsstarts keine Kurzarbeit mehr geltend machen können. 



Misst der Bund nicht mit gleichen Ellen? Ein Restaurantbetreiber beispielsweise darf am Montag sein Geschäft wieder öffnen. Weil er sein Platzangebot wegen der Sicherheitsmassnahmen aber reduzieren muss, kann er weiterhin Kurzarbeit beantragen. Genauso wie ein Musiker, der aufgrund des Veranstaltungsverbots nicht auftreten darf, allerdings sehr wohl üben kann. Die Fussballer haben, sobald sie wieder trainieren, kein Anrecht mehr auf Entschädigung, obwohl sie alleine durch Training ja auch keine Einnahmen generieren können.

Der SECO-Entscheid ist ein harter Schlag für den Schweizer Profifussball, der ab dem 8. Juni den Spielbetrieb offiziell wieder aufnehmen dürfte. Die SFL hat bereits entschieden, dass frühestens ab dem 19. Juni wieder gespielt wird. Die meisten Vereine lassen ihre Spieler nun lieber noch eine Weile zu Hause.

FCZ trainiert erst Ende Mai wieder

Der FC Aarau etwa nimmt den Trainingsbetrieb nicht wie geplant am 11. Mai wieder auf. «Die vorläufige Ankündigung des SECO, dass mit Beginn des Mannschaftstrainings der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung verfällt, bringt uns in eine schwierige Ausgangslage», wird der designierte FCA-Präsident Philipp Bonorand von der «Aargauer Zeitung» zitiert. «Falls am 29. Mai die 20 Profiklubs den Saison-Abbruch beschliessen, wäre der durch den Trainingsstart entstehende Aufwand nutzlos.»

Viele Super-League-Klubs haben eine ähnliche Ansicht. Lediglich der FC St. Gallen hat sich entschieden, das Training am Montag wieder aufzunehmen. YB und Luzern könnten noch folgen. Basel wird erst ab dem 18. Mai wieder trainieren, Thun erst am 25. Mai und der FC Zürich sogar erst am 28. Mai – einen Tag bevor endgültig entschieden werden soll, ob die aktuelle Meisterschaft fortgesetzt wird oder nicht. 

Durch den SECO-Entscheid spricht aktuell wohl eher mehr für einen Abbruch der Saison, da die Klubs ohne Kurzarbeits-Entschädigung noch mehr in einen finanziellen Engpass geraten als ohnehin schon. Es sei denn, die Klubs kriegen vom Bund irgendwie doch noch Hilfe. Sportministerin Viola Amherd hat den Vereinen am letzten Wochenende immerhin ein wenig Hoffnung gemacht, als sie sagte: «Man kann darüber nachdenken, den Klubs eine gewisse finanzielle Hilfe für die entgangenen Einnahmen bei Geisterspielen zu geben.»



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