Fussball-Talk «Heimspiel»

«Was David Degen inszeniert, spielt allen Gegnern in die Karten»

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28.1.2022

«Von David Degen fehlt mir der Respekt für Patrick Rahmen»

«Von David Degen fehlt mir der Respekt für Patrick Rahmen»

28.01.2022

Nur die Wenigsten hatten an Weihnachten daran geglaubt, dass der FC Basel mit Patrick Rahmen in die Rückrunde gehen wird. Doch der Coach durfte bleiben und erhielt sogar eine Vertragsverlängerung. Im Fussball-Talk «Heimspiel» ist dennoch von einem gewissen Misstrauen die Rede.

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28.1.2022

«Was rund um Weihnachten in Basel passiert ist, war ganz grosse Unterhaltung. Aus Zürich muss man einen herzlichen Dank an David Degen aussprechen. Was er da inszeniert, spielt allen Gegnern in die Karten», schmunzelt der Zürcher Sportjournalist Thomas Renggli im «Heimspiel».

Renngli meint damit in erster Linie Degens Aussagen in einem «Blick»-Interview kurz vor dem letzten Hinrundenspiel. Da verzichtete der FCB-Boss auf ein Bekenntnis für den Trainer und kritisierte Rahmen gar indirekt. «So dilettantisch kommunizieren darf man nicht, man kann sein eigenes Personal nicht blossstellen, so kommt das nicht gut», sagt Renggli.

Heimspiel – Der Fussball-Talk

«Heimspiel» liefert Standpunkte und Argumente und vertieft aus einer schweizerischen Perspektive die wichtigsten Themen des Fussballs: kontrovers, engagiert, humorvoll. Immer donnerstags auf blue Zoom im Free-TV ab 21 Uhr. Oder hier als Podcast.

Zumal Ende Dezember überraschenderweise nicht die Entlassung, sondern eine Vertragsverlängerung folgte. Degen entschuldigte sich kürzlich zwar bei Rahmen und meinte, er habe den Trainer nie öffentlich anzählen wollen. Dass Degen in der Öffentlichkeit mit dem Spitznamen «Pädi» über Patrick Rahmen spricht, hält Renggli ebenfalls für suboptimal. «Mir fehlt da auf ganzer Linie der Respekt. Ich weiss nicht, ob das bei einem Christian Gross möglich gewesen wäre. Für mich ist das despektierlich», sagt der Journalist.

Neue Assistenten als Kompromisslösung?

Rahmen durfte zwar bleiben, doch die Klubführung nahm ihm seinen Assistenten Michael Silberbauer weg, der mit Rahmen zuvor schon gemeinsam in Biel und Luzern gearbeitet hatte. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko, wie Ex-Sion-Coach Marco Walker meint. «Die Gefahr ist gross, wenn auf einmal eine komplett andere Dynamik in die Garderobe kommt», so Walker, der selber jahrelang Assistenzcoach beim FCB war.

Auch Fredy Bickel ist der Meinung, dass es für Rahmen eine sehr schwierige Situation sei, dass seine Vertrauensperson Silberbauer nun weg ist und mit Guillermo Abascal und Boris Smiljanic zwei neue Assistenten installiert wurden. «Es ist ganz klar, dass das (aus Rahmens Sicht) nicht freiwillig passiert ist», sagt der frühere YB- und FCZ-Sportchef. «Die Klubführung hat (mit Smiljanic und Abascal) ihrerseits vertraute Leute eingestellt. Als Trainer musst du da eigentlich sagen, das mache ich nicht mehr mit.»

Für Bickel ist auch klar, dass die Führung den Trainer eigentlich austauschen wollte, Rahmen aber das Glück hatte, dass er die Spieler hinter sich hat. «Ich denke, Rahmen durfte bleiben, weil die Führung gemerkt hat, dass die Mannschaft hinter dem Trainer steht – und dann wäre es ganz gefährlich, etwas zu verändern. Deshalb kam es zur Kompromisslösung mit den Assistenten. Rahmen wollte die Mannschaft, die ja hinter ihm steht, dann auch nicht im Stich lassen.»



Nebst den Wechseln im Staff gab es beim FC Basel in der Winterpause auch viele Transfers. Unter anderem sind mit Arthur Cabral und Edon Zhegrova zwei wichtige Offensivspieler abgewandert. Kann der FCB dennoch weiter um den Titel mitspielen? Wie sich das «neue» Basel in der Rückrunde präsentieren wird, zeigt sich ein erstes Mal am Sonntag. Dann treffen die Bebbi auswärts auf Schlusslicht Luzern. Auf blue Sport bis du live dabei.


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