Werden die Plätze 1 und 10 schon bald zementiert?

plh, sda

24.1.2021 - 04:02

Es ist kaum vorstellbar, dass sich die Young Boys in ihrer derzeitigen Form von Schlusslicht Vaduz werden stoppen lassen. Hier Silvan Hefti und Torschützenkönig Jean-Pierre Nsame
Es ist kaum vorstellbar, dass sich die Young Boys in ihrer derzeitigen Form von Schlusslicht Vaduz werden stoppen lassen. Hier Silvan Hefti und Torschützenkönig Jean-Pierre Nsame
Bild: Keystone

Nach der 1:4-Niederlage des FC Basel gegen Zürich könnte YB den Vorsprung in der Super League am Sonntag erhöhen – zumal die Verfolger St. Gallen und Lugano gegeneinander spielen.

Die Formkurven hüben und drüben lassen erwarten, dass sich die Young Boys beim schon leicht abgehängten Schlusslicht Vaduz durchsetzen werden.

Geisterspiele, Verschiebungen zuhauf und eine Winterpause als Unterbruch der Hinrunde: Die Super League steht in einer Saison, die noch ungewöhnlicher ist als die letzte. An diesem Wochenende geht es fast wieder richtig los.



«Fast» deshalb, weil die Coronavirus-Fälle beim FC Luzern und beim Servette FC am Wochenende und unter der Woche die Spielverschiebungen Nummern 13 bis 16 in der laufenden Saison unumgänglich machen. In den höchsten Ligen in Österreich und in Deutschland, wo das Virus nicht weniger stark wütet, konnte bisher insgesamt erst eine einzige Partie – es war Wolfsberg gegen Sturm Graz – nicht am vorgesehenen Datum ausgetragen werden. Für dieses Missverhältnis kann es verschiedene Ursachen und Erklärungen geben.

Für einen kurzen Augenblick zeigte die Tabelle der Super League ein einheitliches Bild. Alle Mannschaften hatten 14 Spiele absolviert. Aber schon nach der anstehenden Wochentagsrunde werden die leidgeprüften Servette und Luzern wieder mit zwei Partien im Rückstand sein. Ihren Gegnern Lugano und St. Gallen ginge es genau gleich, aber die SFL hat entschieden, den Match zwischen St. Gallen und Lugano aus der 19. Runde auf diesen Sonntag vorzuverlegen. Auf diese Weise finden an diesem Wochenende vier Spiele statt – falls nicht weiteres Ungemach dazwischenkommt.



Zäsuren ganz vorne und ganz hinten?

Meister YB hat jüngst einen bestechenden Eindruck gemacht, nicht zuletzt mit den drei Auswärtssiegen gegen die ärgsten Konkurrenten Basel, St Gallen und – im Nachtragsspiel vom Mittwoch dieser Woche – Lugano. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane hat die letzten fünf Spiele in fremden Stadien allesamt gewonnen. Sie ist auf der Jagd nach einer Rekordserie. Die Bestleistung in der 2003 begonnenen Ära der Super League stellte der FC Zürich auf, der im Übergang seiner Meistersaisons 2005/06 und 2006/07 sieben Mal in Folge auswärts siegte. Falls YB am Sonntag in Vaduz gewinnt, könnte nur der FCZ selber verhindern, dass die Berner den Rekord egalisieren. Die Zürcher werden YB zum Abschluss der Hinrunde am 3. Februar im Letzigrund empfangen.

Eine markante Zäsur an der Tabellenspitze ist bereits vorhanden. Mit ihrer vorzüglichen Form und ihrer für die Konkurrenten zermürbenden Konstanz – sie haben nur eines der 14 Spiele verloren – könnten die Berner die Lücke noch grösser werden lassen.

Wenn die Young Boys davonziehen, könnte sich der zweite Aufsteiger Vaduz synchron dazu am Tabellenende distanzieren lassen. Die Liechtensteiner sind gleichsam das Negativ der Berner: 1 Sieg, 4 Unentschieden und 9 Niederlagen weisen sie vor, während YB 9/4/1 bilanziert. Der Vaduzer Trainer Mario Frick muss gewärtigen, dass sein Kader nicht stark genug sein könnte, um den Kampf gegen den direkten Abstieg noch einmal spannend zu machen oder sich sogar im Oberhaus zu halten.



Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Vaduz – Young Boys (erstes Duell der Saison: 0:1). – Sonntag, 16.00 Uhr. – SR Fähndrich. – Absenzen: Coulibaly und Prokopic (beide verletzt); Aebischer (gesperrt), Martins, Petignat und Sierro (alle verletzt). – Fraglich: Dorn und Simani; Garcia. – Statistik: Der Aufsteiger und der Meister schneiden in dieser Saison spiegelverkehrt ab. 1 Sieg, 4 Remis, 9 Niederlagen und 11:25 Tore weisen die Liechtensteiner vor. Die entsprechende Bilanz der Berner lautet 9/4/1/22:10. In Vaduz' Zeit in der Super League von 2014 bis 2017 hatten die Berner in den Spielen im Rheinpark grösste Mühe. Von den letzten vier Spielen in Vaduz gewannen sie keines. Es war jedoch noch die Zeit vor YBs Meistersaisons.

St. Gallen – Lugano (bisherige Duelle der Saison: 0:1, 0:0). – Vorgezogenes Spiel der 19. Runde. – Sonntag, 16.00 Uhr. – SR San. – Absenzen: Stillhart (gesperrt), Muheim und Fabiano (beide verletzt); Oss, Guidotti und Osigwe (alle verletzt). – Statistik: Die Tessiner sind mit je drei Punkten Rückstand auf Basel und St. Gallen Vierter, aber sie warten seit fünf Spielen auf ihren fünften Saisonsieg. St. Gallen nutzte zuletzt das Nachtragsspiel daheim gegen Schlusslicht Vaduz, um nach zwei Remis und einer Niederlage zum Erfolg zurückzukehren. Erst am 16. September spielten St. Gallen und Lugano in St. Gallen gegeneinander. Der Match ging torlos aus.

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plh, sda