YB sucht den nächsten Super-Trainer: Das sind die Kandidaten

17.5.2018 - 17:33, jar

Meistertrainer Adi Hütter verlässt YB Richtung Frankfurt.
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Er holte den Meistertitel nach 32 Jahren wieder nach Bern und könnte seiner Zeit bei YB mit dem Pokalsieg noch die Krone aufsetzen. Doch danach wird Adi Hütter die Berner verlassen. Wer wird den Österreicher ersetzen?

Einige Kandidaten kommen als Hütter-Nachfolger in Frage. Der meistgenannte Name ist Marcel Koller. Der Zürcher ist seit November 2017 auf dem Markt, nachdem sein Vertrag als Österreichs Nati-Trainer nicht verlängert wurde. Koller kennt YB-Sportchef Christoph Spycher gut. Die beiden holten 2003 gemeinsam den bislang letzten Meistertitel des Grasshopper Club. 

Koller sagte im Dezember 2017 in einem Interview mit der «NZZ», dass er sich ein Engagement in der Schweiz durchaus vorstellen könne: «Wenn es passt – warum nicht?» Seine Bedingung: «Die Mannschaft, die ich trainiere, muss Qualität haben. Als Trainer werde ich am Ergebnis gemessen, ich brauche gute Spieler. Denn die Erwartungshaltung ist bei jedem Präsidenten die gleiche: Er will gewinnen». YB würde dem 57-Jährigen demnach also besser passen als Klubs wie GC oder St. Gallen, mit denen er zuletzt ebenfalls in Verbindung gebracht wurde.

Marcel Koller und Christoph Spycher holten 2003 den bislang letzten Meistertitel für GC.
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Weiterer Kandidat für die Hütter-Nachfolge dürfte René Weiler sein. Der 44-jährige Winterthurer ist seit September und seinem Aus bei Anderlecht ohne Job, bezieht allerdings noch immer Lohn vom belgischen Top-Klub, bei dem er einen Vertrag bis 2019 hat. Weiler hat bei Anderlecht nicht nur bewiesen, dass er Meister werden, sondern auch einen Klub in die Champions League führen kann. 

Die üblichen Verdächtigen

Wenn ein Schweizer Klub einen Trainer sucht, machen immer wieder auch folgende Namen die Runde: Murat Yakin, Pierluigi Tami, Urs Fischer und Uli Forte. Letzterer dürfte kaum Chancen auf den Job in Bern haben, nachdem er in seiner Zeit bei YB zwischen 2013 und 2015 die Ziele nicht erreichen konnte. 

Urs Fischer verliess den FC Basel vor einem Jahr mit dem Double in der Tasche und ist seither ohne Job. Genauso wie Murat Yakin, der im April bei GC entlassen wurde, mit dem FCB aber auch schon zwei Meistertitel feiern konnte. Fischer und Yakin wurden beide schon zum Schweizer Trainer des Jahres gewählt.

Hannes Wolf wurde im Januar trotz Aufstieg als Stuttgart-Trainer entlassen.
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Amtierender Trainer des Jahres in Deutschland ist ein gewisser Hannes Wolf, der den VfB Stuttgart vor einem Jahr zurück in die Bundesliga führte, im Januar aber entlassen wurde. Der 37-Jährige arbeitet gerne mit jungen Spielern und verfügt über eine hohe Sozialkompetenz – genauso wie Adi Hütter. Möglich, dass Spycher auch Wolf auf dem Zettel hat. Ob der Deutsche an einem Engagement in der Schweiz interessiert ist, ist eine andere Frage.

Fussball-Reporter und YB-Kenner Fabian Ruch von der «Berner Zeitung» kann sich durchaus vorstellen, dass wieder ein Trainer aus dem Ausland kommt. «Bei Adi Hütter hat auch niemand gedacht, dass er so einschlagen wird. Auch in Deutschland gibt es sehr gute junge Trainer», sagt er im Interview mit Teleclub. Ruch glaubt nicht, dass YB lange braucht, bis der richtige Trainer gefunden wird. «Wir haben auch in der Schweiz zurzeit viele gute Trainer ohne Job.»

Noch ist völlig offen, welcher Trainer in Bern das Ziel Titelverteidigung und Champions-League-Qualifikation in Angriff nehmen darf. Sowieso dürfte klar sein, dass YB seinen neuen Coach erst nach dem Cupfinal am 27. Mai vorstellen wird.


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