Goodbye Switzerland

Diese vier WM-Kicker wurden in der Schweiz geboren, spielen aber nicht für die Nati

Von Jan Arnet

29.11.2022

Luuk de Jong ist in der Schweiz geboren. Sein Herz schlägt aber für die Niederlande.
Luuk de Jong ist in der Schweiz geboren. Sein Herz schlägt aber für die Niederlande.
Getty

Mehr als 130 Spieler an der WM in Katar spielen für ein Land, in dem sie nicht geboren wurden. Darunter auch vier Spieler, die das Licht der Welt in der Schweiz erblickten, aber nicht im Nati-Kader stehen.

Von Jan Arnet

29.11.2022

«Weltmeister» in der Kategorie der Spieler, die nicht im Land zur Welt kamen, für der sie an der WM im Einsatz stehen, ist Marokko. Ganze 14 Fussballer – also mehr als die Hälfte des Kaders – wurden nicht in Nordafrika, sondern grösstenteils in Europa geboren.

Auch die Schweiz hat mit Xherdan Shaqiri (Kosovo), Breel Embolo (Kamerun) und Philipp Köhn (Deutschland) drei Spieler im Kader, die nicht in der Schweiz zur Welt kamen.



Und es gibt vier Spieler bei der WM, die in der Schweiz geboren wurden, aber nicht für die Nati auflaufen. Wir werfen einen Blick auf den Werdegang dieser Spieler.

epa10279523 FC Porto's goalkeeper Diogo Costa reacts during the Champions League group B soccer match between FC Porto and Atletico Madrid, in Porto, Portugal, 01 November 2022. EPA/ESTELA SILVA
Portugal  🇵🇹

Geburtsort: Rothrist

Diogo Costa

Im September 1999 wurde der Keeper im aargauischen Rothrist geboren. Sieben Jahre verbrachte Costa in der Schweiz, wo sein Vater arbeitete. Dann zog es die Familie zurück in die Heimat. Früh kam der talentierte Goalie in die Nachwuchsakademie des FC Porto, seit 2019 spielt er bei den Profis.

Spezielle in dieser Saison konnte Costa mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam machen. Mit seinen Paraden hexte er Porto zum Gruppensieg in der Champions League und konnte seinen Marktwert auf 35 Millionen Euro («Transfermarkt») steigern. Damit ist er der wertvollste Fussballer in Portugals Liga, weltweit haben nur fünf Goalies einen höheren Marktwert als er.

Der 23-Jährige hat Rui Patricio, die jahrelange Nummer 1 der Portugiesen, mittlerweile als Stammtorhüter abgelöst und steht aktuell bei 9 Länderspielen.

DOHA, QATAR - NOVEMBER 17: Seny Dieng of Senegal poses during the official FIFA World Cup Qatar 2022 portrait session on November 17, 2022 in Doha, Qatar. (Photo by Ryan Pierse - FIFA/FIFA via Getty Images)
Senegal  🇸🇳

Geburtsort: Zürich

Seny Dieng

Hand aufs Herz: Hast du schon einmal von Seny Dieng gehört? Wenn nicht, ist das keine Schande, denn der 27-jährige Goalie hat in der Schweiz nie in der Super League oder der Challenge League gespielt. Trotzdem verbrachte der Senegalese den grössten Teil seines Lebens in der Schweiz, wo er 1994 in Zürich geboren wurde und aufgewachsen ist. 

Dieng wurde bei GC ausgebildet und zwischenzeitlich zu kleineren Klubs wie dem FC Grenchen oder Red Star Zürich ausgeliehen. 2016 wagte er den Schritt ins Ausland und wechselte zum MSV Duisburg, kam in der 2. Bundesliga aber nie zum Einsatz. So zog es Dieng 2017 nach England zu den Queens Park Rangers. Nach mehreren Leihen ist Dieng nun seit 2020 Stammgoalie beim Championship-Klub und kämpft um den Aufstieg in die Premier League. Aktuell steht QPR auf Platz 7 der Tabelle.

2014 wurde der damalige GC-Profi erstmals für Senegals Nationalmannschaft aufgeboten. Das Debüt gab er dann im März 2021. Seither kam Dieng zu vier Einsätzen, an Stammgoalie Edouard Mendy vom FC Chelsea gibt es aber kaum ein Vorbeikommen.

Serbia's Milos Veljkovic lines up ahead of the UEFA Nations League soccer match between Slovenia and Serbia at Stozice stadium in Ljubljana, Slovenia, Sunday, June 12, 2022. (AP Photo/Darko Bandic)
Serbien  🇷🇸

Geburtsort: Basel

Milos Veljkovic

Der ehemalige FCB-Junior war noch keine 16 Jahre alt, als er sich dazu entschied, die Schweiz zu verlassen und es im Ausland zu versuchen. Er wechselte im Sommer 2011 in die Nachwuchsabteilung der Tottenham Hotspur. Veljkovic machte ein Spiel für die U16-Auswahl der Schweizer Nati, ehe er sich dazu entschied, künftig für Serbien, die Heimat seiner Eltern, aufzulaufen. 

Mittlerweile hat der Innenverteidiger 22 A-Länderspiele absolviert und spielt seit 2016 bei Werder Bremen. Das Duell gegen die Schweiz im letzten Gruppenspiel dieser WM wird für den 27-Jährigen ganz speziell sein – wie schon vor vier Jahren in Russland, als Serbien ebenfalls auf die Nati traf.

«Ich bin zwar schon stolz, Nationalspieler Serbiens zu sein, aber ich möchte betonen, dass ich der Schweiz sehr dankbar für alles bin, was sie mir gegeben hat», sagte Veljkovic damals. Trotzdem brennt er heuer natürlich auf die Revanche nach der 1:2-Niederlage von 2018.

PSV captain Luuk de Jong celebrates after his team scored 2-1during the Champions League Group B soccer match between PSV and CSKA Moscow at the Philips stadium in Eindhoven, Netherlands, Tuesday, Dec. 8, 2015. (AP Photo/Peter Dejong)
Holland  🇳🇱

Geburtsort: Aigle

Luuk de Jong

Sein Vater George war Volleyballtrainer und arbeitete in der Westschweiz, als Luuk de Jong im August 1990 in Aigle im Kanton Waadt das Licht der Welt erblickte. Der spätere Stürmerstar war aber noch nicht einmal in der Schule, als es die Familie zurück in die Niederlande zog. Nichtsdestotrotz habe er «sehr schöne Erinnerungen an die Zeit in der Schweiz», sagte der heutige Eindhoven-Angreifer einst.

De Jong spielte unter anderem in Gladbach, Newcastle, Sevilla und Barcelona, ehe es ihn in diesem Sommer wieder in die Heimat zog. 38 Länderspiele hat der grossgewachsene Stürmer für Hollands Nationalmannschaft bestritten, an dieser WM spielte er bislang noch keine Rolle und kam noch nicht zum Einsatz.