Tschechien schaltet Holland aus und steht im EM-Viertelfinal

sda/red

27.6.2021

Die Tschechen schalten Holland aus und treffen nun im EM-Viertelfinal auf Dänemark.
Bild: Getty

Für Hollands Fussballer wird es nichts mit dem zweiten EM-Titel nach jenem von 1988. Ab der 55. Minute zu zehnt spielend, verlieren sie den Achtelfinal in Budapest gegen Tschechien 0:2.

sda/red

27.6.2021

Die wohl entscheidende Szene zehn Minuten nach der Pause beim Stand von 0:0 war ein anschauliches Beispiel dafür, dass der VAR sportliche Korrektheit und Gerechtigkeit ins Spiel bringen kann. Niederlandes Verteidiger Matthijs De Ligt krallte den Ball vor dem Strafraum im Fallen unter seinen Körper und verhinderte auf diese Weise, dass Patrik Schick allein aufs Tor ziehen konnte. Erst nach der Intervention des Videoassistenten erkannte der russische Schiedsrichter Sergej Karassew am Monitor das Notbremse-Hands. Weder De Ligt selbst noch seine Mitspieler lehnten sich gegen die Rote Karte auf. Sie wussten, dass der Entscheid richtig war.

Für die Niederländer war es umso ärgerlicher, als sie kurz vorher in Führung hätten gehen müssen. Der tschechische Goalie Tomas Vaclik, mit dem FC Basel ab 2014/15 dreimal in Folge Meister geworden, verhinderte den sicher scheinenden Rückstand, als er dem allein auf ihn ziehenden Stürmer Donyell Malen den Ball von den Füssen abluchste.

Donyell Malen of the Netherlands, left, challenges for the ball with Czech Republic's goalkeeper Tomas Vaclik during the Euro 2020 soccer championship round of 16 match between the Netherlands and Czech Republic at the Puskas Arena in Budapest, Hungary, Sunday, June 27, 2021. (Attila Kisbenedek/Pool via AP)
Donyell Malen stürmt alleine aufs Tor, bleibt aber an Tomas Vaclik hängen.
Bild: Keystone

In Unterzahl konnten die jetzt komplett deroutierten Niederländer den Rückstand nur gut zehn Minuten vermeiden. Die Tschechen trafen nach einem Freistoss und einer Kopfball-Stafette. Die im internationalen Fussball wenig bekannten Protagonisten Tomas Kalas von Bristol und Torschütze Tomas Holes von Slavia Prag standen für die Namenlosigkeit der tschechischen Mannschaft im Vergleich zum Ensemble der niederländischen Stars. Holes bereitete nach 80 Minuten gegen die entblösste Niederländer Defensive auch das 2:0 des Goalgetters Patrick Schick vor.

Die Mannschaft von Trainer Frank De Boer hatte ganz offensichtlich eine frühe Führung angestrebt. Besonders in der ersten halben Stunde betrieben die Niederländer einen riesigen Aufwand. Möglicherweise verpuffte in der ersten Halbzeit die Kraft, die ihnen in der zweiten Halbzeit fehlte.

Für Tschechien geht das EM-Abenteuer am kommenden Samstag im Viertelfinal gegen Dänemark weiter. Es dürfte eine enge Kiste werden.

Telegramm

Niederlande – Tschechien 0:2 (0:0)

Budapest. – 52'834 Zuschauer. – SR Karassew (RUS). – Tore: 68. Holes 0:1. 80. Schick 0:2.

Niederlande: Stekelenburg; De Vrij, De Ligt, Blind (81. Timber); Dumfries, De Roon (73. Weghorst), Wijnaldum, Frenkie de Jong, Van Aanholt (81. Berghuis); Depay, Malen (57. Promes).

Tschechien: Vaclik; Coufal, Celustka, Kalas, Kaderabek; Holes (85. Kral), Soucek; Masopust (59. Jankto), Barak (92. Sadilek), Sevcik (85. Hlozek); Schick (92. Krmencik).

Bemerkungen: Niederlande ohne Luuk de Jong (verletzt), Tschechien ohne Boril (gesperrt) und Darida (verletzt). 55. Platzverweis De Ligt (Notbremse). Verwarnungen: 46. Dumfries (Foul). 56. Coufal (Foul). 84. De Jong (Reklamieren).

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