«Ungerecht, aber so ist Fussball» – Titelverteidiger Portugal im Tal der EM-Tränen

sda

28.6.2021 - 11:18

Santos: «Kein Team kann sagen, dass es besser als Portugal ist»

Santos: «Kein Team kann sagen, dass es besser als Portugal ist»

Belgien steht nach einem etwas schmeichelhaften 1:0-Erfolg über Portugal im Viertelfinale der EM 2020. Portugal-Coach Fernando Santos ist dennoch stolz und lobt Cristiano Ronaldo.

28.06.2021

Portugal leckt nach dem verlorenen Achtelfinal gegen Belgien die Wunden. Das 0:1 sei ungerecht, resümiert Nationaltrainer Fernando Santos.

sda

28.6.2021 - 11:18

Fernando Santos unternahm gar nicht den Versuch, etwas Positives aus dem verlorenen Achtelfinal zu gewinnen. Es war eine dieser Partien, die beim Verlierer nur Trauer und Frust zurücklässt. Nirgends findet er richtig Trost – nicht im Resultat, nicht im Szenario und nicht in der Statistik. Allerhöchstens gibt der Blick voraus auf das nächste Turnier etwas Mut. Die WM in Katar folgt schon in weniger als anderthalb Jahren. «Wir haben bewiesen, dass wir jeden Gegner schlagen können», meinte Santos.



Die Perspektiven mit Cristiano Ronaldo, der auch mit 36 Jahren fünf EM-Tore erzielt hat, und mit den vielen jungen nachrückenden Spielern sind für Portugal vielversprechend. Wer im Verlauf eines EM-Achtelfinals Bruno Fernandes, André Silva oder João Felix einwechseln kann, darf sich glücklich schätzen – normalerweise.

«Belgien hat nur einmal auf das Tor geschossen»

Portugal half am Sonntagabend in Sevilla, zwei Autostunden von der eigenen Grenze entfernt, auch alles Können nichts, bedauerte Santos. «Belgien hat nur einmal auf das Tor geschossen und getroffen. Wir hatten 26 Schüsse. Wir haben nicht gewonnen, aber wir hätten es verdient gehabt. Das Resultat ist ungerecht, aber so ist Fussball.» In den Kabinen flossen bei einigen Spielern die Tränen, erzählte Santos: «Sie haben alles gegeben, alles versucht, um Portugal glücklich zu machen. Es wird nicht einfach, sie wieder aufzurichten.»

Die heimischen Medien verzichteten aufs Nachtreten. Sie hoben die Überlegenheit der eigenen Mannschaft gegen Belgien hervor. Aber sie nahmen Santos und seine Spieler nicht ganz aus der Kritik: «Kein Glück – ja», schrieb «Sapo Deportes»: «Aber, wie man so schön sagt, muss man das Glück provozieren. Und Portugal hat es erst nach dem Gegentreffer richtig versucht.»

Halb ironisch, halb nostalgisch reagierte «A Bola» auf seiner Titelseite auf das Out: «Wir werden immer Paris haben.» Seit dem in Frankreich gewonnenen EM-Titel 2016 hat Portugal allerdings kein Spiel der K.o.-Runde mehr gewonnen. Schon 2018 bei der WM war der Achtelfinal Endstation.

sda