Round-up

Abtretende Urgesteine und Bürkis letzter, unerfüllter Wunsch

Von Luca Betschart

16.5.2022

Der nächste Akt im Aufstiegskrimi der Challenge League, viel Dramatik im Abstiegskampf der Bundesliga, emotionale Abschiede und Unruhe um einen Spieler-Boykott bei PSG – das Round-up zum Wochenende.

Von Luca Betschart

16.5.2022

Vorentscheidung im Meisterrennen?

Noch am Samstag liegen so ziemlich alle Vorteile im Aufstiegsrennen beim FC Schaffhausen. Im Spitzenspiel gegen Aarau geniesst man in der ausverkauften Wefox-Arena Heimvorteil, zudem reicht dem FCS ein Remis, um die Tabellenführung zu verteidigen. Doch es kommt anders. Dank des goldenen Tors von Randy Schneider entführt der FCA alle drei Punkte und schnappt sich vor dem letzten Spieltag die Pole-Position. Schaffhausen dagegen droht gar die Barrage zu verpassen, weil Winterthur dank eines 3:1-Siegs über Xamax den zweiten Platz erobert.

Schaffhausen – Aarau

Schaffhausen – Aarau

Challenge League, 35. Runde, Saison 21/22

14.05.2022

Vor dem letzten Spieltag ist deshalb klar: Schaffhausen muss auf Schützenhilfe von Kriens (gegen Winterthur) oder Vaduz (gegen Aarau) hoffen, um weiter vom Aufstieg träumen zu dürfen. Besiegt Schaffhausen auswärts Lausanne Ouchy, ist gar der direkte Super-League-Aufstieg noch möglich. Und wenn die ablaufende Challenge-League-Saison eines gezeigt hat, dann der Umstand, wie schnell es im Fussball gehen kann.

Stuttgarts Glück ist Herthas Pech

Während Meister und direkte Absteiger bereits klar sind, fällt am letzten Bundesliga-Spieltag noch die Entscheidung, wer den Gang in die Barrage gegen den HSV antreten muss – und sie ist an Dramatik kaum zu überbieten. Stuttgart muss im Fernduell mit Hertha drei Punkte aufholen, um der Barrage doch noch zu entgehen. Bis rund fünf Minuten vor Schluss deutet aber wenig auf eine Stuttgarter Wende hin. Dann aber haucht Dortmunds Führungstreffer gegen Berlin in der 84. Minute den VfB noch einmal neues Leben ein.

Und tatsächlich sorgt der Japaner Wataru Endo in der 92. Minute mit dem Siegtreffer für den erlösenden Klassenerhalt. Die anschliessenden Bilder samt Platzsturm aus der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena erinnern dann eher an eine Meisterfeier. 

Bürkis emotionaler Abschied

Nach sieben Jahren kehrt Roman Bürki dem BVB den Rücken. Gegen Hertha bekommt der längst aussortierte Schweizer eine Art Abschiedsgeschenk und darf noch einmal von Beginn weg das Dortmunder Tor hüten. Vier Jahre lang ist Bürki beim BVB die klare Nummer eins, bevor sein Status zu wackeln beginnt. Zu Beginn dieser Saison muss er seinen Platz definitiv für Landsmann Gregor Kobel räumen.

Entsprechend emotional erlebt Bürki seine Abschiedsvorstellung, nach dem Schlusspfiff wird er von der Südtribüne gebührend gefeiert. «Ein grosses Kapitel meiner Kariere geht zu Ende. So verabschiedet zu werden, ist das Tüpfelchen auf dem i. Es ist unglaublich, was die Fans emotional nochmals rausholen», bedankt sich der 31-Jährige.

Einzig der Wunsch, im letzten Spiel zum ersten Mal einen Bundesliga-Penalty zu halten, bleibt Bürki verwehrt. Gegen Herthas Ishak Belfodil muss er sich aber auch beim 23. Elfmeter geschlagen geben. Neuer Verein, neues Glück? Im kommenden Jahr kann Bürki im Tor von MLS-Klub St. Louis zeigen, dass er durchaus das Potenzial zum Penaltykiller hat.

Zwei Urgesteine treten ab

Noch länger als Bürki hält Verteidiger Marcel Schmelzer Dortmund die Treue. Nach 17 Jahren ist aber Schluss, mit dem emotionalen Abschied bei seinem Herzensklub geht auch die Karriere von Schmelzer zu Ende. Gar 18 Saisons läuft Mark Noble für West Ham auf. Nachdem er sich dem Verein bereits im Alter von elf Jahren anschliesst, führt er die Hammers jahrelang als Captain aufs Feld. Mit 35 Jahren hängt er seine Schuhe nun an den Nagel – und kann seine Gefühle nicht mehr zurückhalten.

Unruhe zum Spieler-Boykott bei PSG

Beim Auswärtsspiel von PSG gegen Montpellier ist von Idrissa Gueye keine Spur, obwohl er eigentlich im Kader der Pariser figuriert. Geht es nach einem Bericht von «RMC Sport», ist aber keine Verletzung Grund für die kurzfristige Abwesenheit. Vielmehr habe Gueye das Spiel boykottiert, weil PSG mit regenbogenfarbenen Rückennummern antrat – im Zuge einer Initiative der Ligue 1 zur Unterstützung für die LGBTQ+-Community. «RMC» beruft sich dabei auf interne Quellen. Trainer Mauricio Pochettino sagte, darauf angesprochen, bloss: «Iddrissa hat die Reise mitgemacht, aber sich aus persönlichen Gründen vom Spiel zurückgezogen. Er ist aber nicht verletzt.»

Es soll laut französischen Medien nicht das erste «Regenbogen-Spiel» sein, das Gueye verpasst. Der Senegalese soll bereits vor einem Jahr die Partie gegen Reims verpasst haben – mit Magen-Darm-Problemen als offizielle Begründung.