«Alle hatten ihn gern»: So reagieren die Medien auf Köbi Kuhns Tod

27.11.2019 - 12:12, bam

Die Nachricht von Köbi Kuhns Tod erschüttert die Schweiz. Er war nicht nur bei den Schweizer Nati-Fans ein grosser Sympathieträger, auch für die Schweizer Medien war «Köbi National» eine interessante Persönlichkeit.

«Die Schweiz trauert um Ex-Nati-Trainer», «Köbi Kuhn, einer für alle» oder «Ein Trainer aus dem Volk und fürs Volk» – die Titelseiten der Schweizer Medien sind gefüllt mit Abschiedsworten an den verstorbenen Jakob «Köbi» Kuhn, der am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben ist

Blick: «Die Schweiz trauert um Ex-Nati-Trainer»

Der «Blick» schreibt folgende Worte über den ehemaligen Nati-Trainer: «Köbi Kuhn ist der letzte Nati-Coach, dessen Name im Telefonbuch zu finden war. Und wohl auch der letzte, den man im Migros in Zürich-Wiedikon mit dem Einkaufskorb in der Hand in der Schlange vor der Kasse treffen konnte.»




Tages-Anzeiger: «Köbi Kuhn, einer für alle»

Der «Tages-Anzeiger» spricht über den «Köbi», der eine Person war, mit dem sich die Schweizer Bevölkerung identifizieren konnte: «Jakob Kuhn, der für alle immer nur der Köbi war, obwohl er das anfänglich nicht so mochte, war ein Mann des Volkes. Während Jahren war er vielleicht der populärste Schweizer überhaupt, zum 'Schweizer des Jahres 2006' gewählt, was ihm fast etwas peinlich war. Ärzte oder Forscher, fand er, hätten doch so eine Auszeichnung eher verdient. (...)

Alle hatten ihn gern. Vielleicht auch, weil er durch und durch Schweizer war und verkörperte, was in diesem Land so sehr geschätzt wird. Nicht auffallen, um auffallen zu wollen, sich nicht in den Vordergrund schieben, zwar überzeugt sein von dem, was man will, aber nicht blenden damit.»

NZZ: «Köbi Kuhn, der frühe Messi aus Wiedikon»

Der Nachruf der «NZZ» handelt sich um die sportliche Karriere: «Köbi Kuhn war ein Mann, der das Leben gemeistert hat, vielleicht, weil er mit seinem Fussballtemperament nie verlieren konnte. Er spielte mit 17 schon hinreissend rotzfrech wie alle grossen Talente, ein früher Messi aus Wiedikon. Er erlebte eine beeindruckend lange Karriere und war der wahrscheinlich beste Schweizer Fussballer vor Stéphane Chapuisat.»

Aargauer Zeitung: «Abschied von 'Köbi national': Ein Trainer aus dem Volk und fürs Volk»

Die «Aargauer Zeitung» erzählt von der persönlichen Begegnung mit Köbi und wie seine Art ihn zum populärsten Nati-Trainer gemacht hat: «Unter Kuhn qualifiziert sich die Schweiz für die EM 2004 und die WM 2006. Das ist ein guter Leistungsausweis. Obwohl, den ganz grossen Coup landete er als Nationaltrainer nicht. Trotzdem war das Nationalteam nie populärer als zu jener Zeit. Was auch auf Kuhns Wesen zurückzuführen ist, diesen bodenständigen, bescheidenen Mann, der auch mit 27 noch mit dem Fahrrad ins FCZ-Training gefahren ist.

(...) Und wie erwarten Sie den Gegner? «Mit elf Spielern.» Dieser Gag kam immer. Sein schelmisches Lachen danach auch.»



20 Minuten: «Köbi Kuhn starb am Geburtstag seiner Tochter»

«20 Minuten» nimmt sich der Familiengeschichte um seine drogenabhängigen Tochter, die im letzten Jahr ihrer Sucht erlegen ist, an: «Die Tochter von Köbi und seiner ersten Frau Alice kam am 26. November 1971 zur Welt. In Kindertagen, als sie noch sehr klein war, verbrachte ihr Vater «jede freie Minute mit ihr, brachte sie in den Kindergarten, zum Arzt», wie Kuhn in einem Interview der «Schweizer Illustrierten» sagte. Doch im Teenageralter bahnt sich das spätere Unglück an, Viviane kommt ein erstes Mal mit Drogen in Berührung.»

Watson: «Der Volksheld, den jeder einfach anrufen oder in der Migros treffen konnte»

Nicht nur Sportjournalisten hatten mit Köbi Kuhn Kontakt, auch Fans konnten den Schweizer Nationaltrainer kontaktieren, so berichtetet «Watson»: «Während seiner Zeit als Nationaltrainer rief ihn einer meiner Freunde einmal an, um mit ihm über die Taktik der Mannschaft zu sprechen. Einfach so. Kuhns Nummer hatte er im Telefonbuch gefunden, zwischen Kubli und Kuratle stand dort sein Name. Wieso hätte er auch nicht dort stehen sollen? Kuhn war zwar Trainer der Fussballnationalmannschaft, aber deswegen war er doch niemand besseres. Und so diskutierte er mit meinem Freund darüber, wie die Schweiz spielen soll.»

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