Angeführt vom «deutschen Messi»: Das ist Roter Stern Belgrad

21.8.2019 - 13:58, Jan Arnet

YB trifft in den Champions-League-Playoffs auf Roter Stern Belgrad.
Bild: Keystone

Eine Hürde müssen die Young Boys nehmen, um an die Honigtöpfe der Champions League zu gelangen. Diese Hürde heisst Roter Stern Belgrad. «Bluewin» stellt den serbischen Gegner vor.

Für YB geht es heute Abend (Anpfiff um 21 Uhr) im Stade de Suisse und am nächsten Dienstag im Marakana-Stadion von Belgrad um rund 30 Millionen Franken. Dieser Betrag wäre den Bernern mit der erfolgreichen Qualifikation für die Champions League dank Startprämie und Ticket-Einnahmen gewiss. In den Playoffs muss der Schweizer Meister aber noch einen grossen Brocken zur Seite stossen: Roter Stern Belgrad.

Ein Team mit gescheiterten Top-Talenten

Wer den Kader der Serben unter die Lupe nimmt, erkennt, dass im Team von Trainer Vladan Milojevic einige Spieler unter Vertrag stehen, die schon in höheren Ligen Erfahrungen gesammelt haben. Der bekannteste Spieler ist Marko Marin, der einst als grösstes Talent des deutschen Fussballs galt. Eine englische Zeitung gab ihm einst sogar den Übernamen «deutscher Messi». Der mittlerweile 30-jährige offensive Mittelfeldspieler, der schon für Gladbach, Chelsea und Sevilla spielte und 16 Länderspiele für Deutschland in den Beinen hat, kickt seit einem Jahr bei Roter Stern und ist Captain des Teams.

Marko Marin ist der Captain und der Star des Teams.
Bild: Getty

Marin ist Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Belgrader, hinter ihm sorgt José Alberto Cañas auf der Doppelsechs für die defensive Organisation. Auch Cañas dürfte dem einen oder anderen Fussballexperten ein Begriff sein, er absolvierte für Real Betis und Espanyol Barcelona immerhin 93 La-Liga-Spiele und kam für Swansea 23 Mal in der Premier League zum Einsatz. 

Für die Tore zuständig ist Richmond Boakye. Der Stürmer aus Ghana traf in den bisherigen sechs Qualispielen drei Mal. Juventus Turin zahlte vor sieben Jahren vier Millionen Euro für den schnellen Angreifer, beim italienischen Rekordmeister kam er aber nie zum Einsatz. Für Atalanta und Genua machte Boakye aber dennoch 23 Spiele in der Serie A und mit Elche sammelte er ein Jahr lang in der höchsten Liga Spaniens Erfahrungen. 

Der Joker heisst Veljko Simic – möglich, dass Ihnen dieser Name bekannt vorkommt. Schliesslich stand der 24-Jährige von 2014 bis 2017 beim FC Basel unter Vertrag. In der Super League spielte der serbische Stürmer aber nie, er absolvierte in seinen Leihjahren in Chiasso, Schaffhausen und Winterthur aber insgesamt 45 Partien in der Challenge League.



Heimstärke als grösste Waffe

Wie YB stand auch Roter Stern letztes Jahr in der Gruppenphase der Königsklasse. Und wie die Berner wurden die Serben damals in eine Hammergruppe gelost. Belgrad musste gegen Liverpool, PSG und Napoli spielen – und holte in den sechs Spielen gegen diese drei Top-Klubs beachtliche vier Punkte. Gegen den späteren Sieger Liverpool konnte Roter Stern sogar 2:0 gewinnen, gegen Napoli gab es ein torloses Remis.

Auffallend ist, dass die vier Punkte allesamt im heimischen Stadion geholt wurden. Das Marakana-Stadion ist eine wahre Festung, in der heimischen Liga hat Roter Stern zuhause letztmals im April 2017 verloren. Deshalb ist es für YB immens wichtig, im Hinspiel zuhause ein gutes Resultat einzufahren – und wenn möglich kein Gegentor zu kassieren. Denn dass der Hexenkessel Marakana in einer Woche brennen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. 


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