DFB-Pokal «Ar*** zusammenkneifen» – Bayern-Stars üben nach 5:4-Spektakel Selbstkritik

dpa/jar

4.4.2019

Was für ein Pokalspiel in München. Eine einfache Angelegenheit sollte es gegen den Zweitligisten Heidenheim werden, am Ende wäre der haushohe Favorit im Neun-Tore-Spektakel fast gescheitert. Die Stimmen zum Spiel.

Nach dem irrwitzigen Pokal-Krimi waren Robert Lewandowski und Co. vor allem erleichtert. Auch Trainer Niko Kovac musste nach dem schier unglaublichen 5:4 (1:2) des FC Bayern München am Mittwochabend im Viertelfinale gegen den krassen Aussenseiter 1. FC Heidenheim kräftig durchatmen. Der deutsche Rekordchampion wendete einen K.o. im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten in Unterzahl gerade noch ab – dies drei Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund.



«Ich weiss gar nicht, wie ich es einordnen soll. Dass wir nach einer 4:2-Führung wieder auf 4:4 gehen, kann uns nicht gefallen. Das muss man erst einmal verdauen», sagte Thomas Müller und ergänzte: «Trotzdem war die zweite Halbzeit positiv, auch wenn es verrückt war. Dieses moralische Plus müssen wir für die nächsten Tage nutzen, den Arsch zusammenkneifen und gegen die Dortmunder gewinnen.»

Doch Dortmund war am Mittwoch plötzlich ganz weit weg. Denn von einem vermeintlichen Spaziergang waren die Bayern nach der frühen Roten Karte für Nationalspieler Niklas Süle (16. Minute) weit entfernt. Es entwickelte sich ein völlig verrückter Spielverlauf, der die 75'000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena von den Sitzen riss: 1:0, 1:2, 4:2, 4:4 hiessen die Durchgangsstationen bis zum entscheidenden Tor von Lewandowski. Der eingewechselte Pole verwandelte in der 84. Minute einen Handelfmeter zum Happy End für die Bayern.

«Schnell vergessen, schnell löschen»

«Wir sind weitergekommen, das ist das Positive», sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der ansonsten am Mittwochabend empfahl: «Alles andere schnell vergessen, schnell löschen.» Salihamidzic wirkte verstört nach den 90 Minuten: «Man muss nachdenklich sein.» Auch die Unterzahl konnte am Ende keine Entschuldigung für das Wanken sein.



«Vielleicht hatten wir schon den Kopf beim Samstag und haben deswegen solche Probleme bekommen», rätselte Robert Lewandowski: «Wir haben etwas zu locker gespielt.» Der leicht kränkelnde Torjäger war der Retter des Favoriten. Er kam zur Pause, traf zweimal, verwandelte auch den entscheidenden Elfmeter zum 5:4. Leon Goretzka, Thomas Müller und Serge Gnabry waren die weiteren Münchner Torschützen. «Es war ein wildes, ein offenes Spiel, was ich in der Form nicht mag», klagte Trainer Niko Kovac. Selbst ein 4:2 verzockte sein Team noch einmal.

«Das war nicht Bayern-Like», gab Nationalspieler Goretzka zu. «Wir wissen, dass wir gegen Dortmund eine ganz andere Leistung bringen müssen. Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland. Das sind ganz, ganz wichtige Punkte im Rennen um die Meisterschaft.» Auch da wollen die Bayern ihre Titelchance erhalten.

Im Pokal trennt den 18-maligen Rekordgewinner nur noch ein Erfolg vom Endspiel am 25. Mai in Berlin. RB Leipzig, Werder Bremen und der Hamburger SV sind die möglichen Gegner. Die Auslosung ist am nächsten Sonntagabend.

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