Toiletten-Pause zur Unzeit und Spieler-Zoff – Krise spitzt sich zu

6.12.2019 - 11:19, pat

Bei Arsenal herrscht derzeit nicht Friede, Freude, Eierkuchen.
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Arsenal verliert zu Hause gegen Brighton und bleibt im siebten Liga-Spiel in Folge sieglos. Nach 15 Runden haben die Gunners 19 Punkte auf dem Konto, es läuft gerade ziemlich «Schei**e» – im wahrsten Sinne des Wortes.

Arsenal, was ist bloss aus dir geworden? Beim einstigen Londoner Vorzeigeklub brodelt es gewaltig, eine Negativschlagzeile jagt die nächste.

Xhaka legt sich mit den Fans an, wird daraufhin als Captain abgesetzt und für einige Spiele auf die Tribüne gesetzt. Die gewünschten Resultate bleiben auch in der Folge aus. Nach wettbewerbsübergreifend fünf Spielen der Verbannung kehrt der Schweizer in der Europa League gegen Frankfurt zurück in die Startelf. Das Spiel geht 1:2 verloren und kostet Unai Emery den Job. Weil sich Xhaka nach dem Spiel mit einem Lächeln im Gesicht mit ehemaligen Mitspielern, an diesem Abend Gegner, unterhält, kriegt er von seinen Kritikern erneut eins auf den Deckel.

Und die Entlassung von Emery hat bislang nicht den gewünschten Effekt erzielt. Auch im zweiten Spiel unter Interimstrainer Freddie Ljungberg kann Arsenal nicht überzeugen und verliert zu Hause gegen Brighton & Hove Albion 1:2. Der Abstand auf einen Abstiegsplatz beträgt für die im zehnten Rang klassierten Londoner nur noch fünf Punkte. Der Abstand auf Leader Liverpool beträgt dagegen satte 24 Punkte.

Auba muss mal kurz weg – Özil flucht wie ein Rohrspatz

Nach dem Spiel herrscht im Stadion eine giftige Atmosphäre, der Frust der Fans entlädt sich über den Spielern. Vielleicht kochen die Emotionen noch ein bisschen höher als üblich, denn dieser Tage kursierte im Netz auch noch die Gehaltsliste der Arsenal-Spieler.



Aber auch teamintern brodelt es, wie sich nach dem Schlusspfiff zeigt. Topverdiener Mesut Özil (23,3 Millionen pro Jahr) brüllt sichtlich angefressen in Richtung von Alexandre Lacazette. Der Franzose hat offenbar keinen Gesprächsbedarf, ignoriert seinen Teamkollegen und verschwindet im Spielertunnel. Was Özil dem Stürmer mitteilen will, erschliesst sich aus den Bildern nicht – zum zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer gratulieren wollte der Assistgeber dem Franzosen bestimmt nicht.

Doch nicht nur die Szenen nach dem Schlusspfiff geben zu Reden. Kurz nachdem Brighton in der 80. Minute das 2:1 erzielt, verlässt der neue Captain Pierre-Emerick Aubameyang das sinkende Schiff und verschwindet im Spielertunnel. Verwundert reiben sich die Zuschauer die Augen, denn der Stürmer wurde nicht ausgewechselt. Mehr als fünf Minuten spielen die «Gunners» in Unterzahl, dann kehrt der erleichterte Gabuner zurück aufs Feld. Zumindest die Zuschauer sind sich sicher, der Toptorjäger musste dringend aufs Klo. Und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Unglaublich, so etwas kennt man eigentlich nur aus dem Kinderfussball.

Das stinkt doch zum Himmel: Aubameyang kehrt nach seiner Klo-Pause zurück aufs Feld.
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Und was sagt Interimstrainer Ljungberg zu dieser Schei**-Aktion? «Um ehrlich zu sein: Ich habe gar nicht bemerkt, dass er das Spielfeld verlassen hatte. Ich sah nur, dass er plötzlich wieder zurück auf den Platz lief. Na ja, wenn du musst, dann musst du.»

Auch nicht gerade das beste Bewerbungsschreiben für eine längerfristige Anstellung, wenn du als Trainer nicht merkst, dass dein Hoffnungsträger in der heissen Schlussphase nicht mehr auf dem Platz steht.

Ja, bei Arsenal ist die Kacke am Dampfen.

Ljungberg über Aubameyangs Klo-Pause: «Wenn du musst, dann musst du»
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Ljungberg über Aubameyangs Klo-Pause: «Wenn du musst, dann musst du»

Aubameyang verlässt in den Schlussminuten beim Stand von 1:2 den Platz, er musste wohl aufs Klo. Der Arsenal-Coach nimmt es überraschend gelassen und gesteht: «Um ehrlich zu sein: Ich habe gar nicht bemerkt, dass er das Spielfeld verlassen hatte.»

06.12.2019

Telegramm:

Arsenal – Brighton & Hove Albion 1:2 (0:1). – Tore: 36. Webster 0:1. 50. Lacazette 1:1. 80. Maupay 1:2. – Bemerkung: Arsenal mit Xhaka.

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