Büne Huber, wir müssen reden

Jan Arnet

8.5.2019

Büne Huber: «Fussball ist doch ein Pussy-Sport»

Büne Huber: «Fussball ist doch ein Pussy-Sport»

08.05.2019

In einem legendären Interview rechnete Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber vor drei Jahren mit dem «Pussy-Sport» Fussball ab. Würde er heute auch noch so urteilen?

«Ich habe die Schnauze voll von Fussball», echauffierte sich Büne Huber im April 2016 in einem Interview mit Teleclub am Rande des Playoff-Finals zwischen dem SC Bern und dem HC Lugano. Er habe genug von tätowierten Unterarmen und «diesen Pussys, die ständig im Strafraum stürzen». Eishockey habe er viel lieber, weil dieser Sport unverfälschter sei. «Die Fussball-WM schaue ich schon lange nicht mehr, da betrinke ich mich lieber in dieser Zeit», redete sich der Sänger in Rage.

Die vergangenen Wochen haben uns nun aber die schönen Seiten des Fussballs offenbart. Allein in der Champions League kamen die Freunde des runden Leders voll auf ihre Kosten: Das Märchen von Ajax Amsterdam, die jungen Wilden, die neben Titelverteidiger Real Madrid auch Cristiano Ronaldos Juventus Turin aus dem Turnier warfen und am Mittwochabend gegen Tottenham den Finaleinzug klarmachen können. Das Drama im Viertelfinal-Rückspiel zwischen Manchester City und Tottenham, das jeden Fussball-Fan vom Hocker riss, weil es an Spannung und Spektakel nicht zu überbieten war.

Und zu guter Letzt die unglaubliche Aufholjagd des FC Liverpool. Kaum einer hat es nach der 0:3-Hinspielpleite in Barcelona für möglich gehalten, dass die «Reds» noch einmal in diesen Halbfinal zurückfinden können. Zumal mit Mohamed Salah und Roberto Firmino zwei Schlüsselspieler fehlten. Doch Liverpool schaffte mit Herz und Kampf die Wende mit einem 4:0 und bewies nach 2005 bereits zum zweiten Mal, dass im Fussball einfach nichts Unmöglich ist.

Büne Huber hat das Spiel wahrscheinlich nicht gesehen. Vielleicht urteilt der Berner heute auch anders, schliesslich ist seit seiner Wutrede YB zweimal souverän Meister geworden und auch die Anzahl der Schwalben, die ihn damals zur Weissglut getrieben hatten, ist seit der Einführung des Videobeweises stark zurückgegangen. Nur die Tätowierungen sind geblieben. So oder so muss man am Morgen des 8. Mai 2019 festhalten, dass jeder, der dieses Spiel nicht gesehen hat, ein historisches Sport-Spektakel verpasst hat. Danke dafür, lieber Fussball.

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