Christian Gross nach angeblicher Spieler-Revolte: «Fühle mich nicht im Stich gelassen» 

dpa/SB10

27.2.2021 - 19:19

Christian Gross konnte bisher bei Schalke keine entscheidende Impulse geben.
Bild: Getty

Trainer Christian Gross hat einen Rücktritt trotz angeblicher Spieler-Revolte beim FC Schalke 04 ausgeschlossen. Nach dem 1:5 in Stuttgart bleiben die Knappen mit neun Punkten abgeschlagen Letzter.

Selbst in dieser für alle S04-Fans brutalen Saison müssen die neusten Nachrichten ein neuer Tiefpunkt sein. So kursierten am Samstag Berichte über eine angeblich von mehreren Führungsspielern angezettelte Revolte, die Anfang Woche sich offenbar an den Sportvorstand wandten, um Christian Gross abzusetzen. Gemäss Insidern handelt es sich bei den Aufrührern um Sead Kolasinac, Klaas-Jan Huntelaar und Shkodran Mustafi.

Das Trio, welches erst seit der Winterpause beim Chaos-Klub engagiert ist, soll bemängelt haben, dass Gross mehrfach die Namen der eigenen und gegnerischen Spieler verwechselt habe. Zudem wurden auch die Trainings und die taktische Ausrichtung kritisiert. Zwar dementierte der Klub den Spieler-Aufstand, Gross selbst bestätigte aber vor dem Spiel in Stuttgart im Interview mit «Sky», das Ganze in der Teamsitzung kurz thematisiert zu haben.

Er habe Spieler nicht zur Rede gestellt, sagte Gross. «Ich habe nur grundsätzlich gesagt, wie ich das sehe, wenn sie ein Problem hätten mit mir, dass sie auf mich zukommen müssen und wir das dann gemeinsam anschauen und offen und direkt ansprechen.» Danach gab es in Stuttgart für das Tabellenschlusslicht eine weitere bittere Pleite: Gleich mit 1:5 gingen die Königsblauen unter



Christian Gross schliesst eigenen Rücktritt aus

Einen Rücktritt schloss Gross auch nach dem Debakel erneut aus. «Nein, nein. Ich bin diese Mission angetreten. Für mich gibt es kein Aufgeben, nie», betonte er. Nach eigenen Worten sieht der Schweizer sich nicht von seinen Spielern im Stich gelassen. «Nein, das fühle ich mich nicht», sagte der 66-Jährige. «Ich denke, dass, wenn Konflikte da sind, dass man sie selbstverständlich ansprechen muss, aber auf die richtige Art», sagte Gross. Er könne das, was in den Medien steht, «nicht unbedingt nachvollziehen».

Dass er als vierter Trainer in dieser Saison den Job bei Schalke angetreten habe, bereue er nicht. «Es ist eine Riesen-Herausforderung. Ich wusste über die Schwere der Aufgabe Bescheid, es ist eine Riesen-Challenge», hält Gross fest. So lange es mathematisch möglich sei, glaube er weiter an den Klassenerhalt.

Mustafi, einer der angeblichen Rädelsführer, anwortete auf die konkrete Frage, ob er zu diesen Spielern gehört habe, ausweichend: «Mein Job ist, auf den Platz zu gehen und zu performen und der Mannschaft zu helfen, dass wir Spiele gewinnen», meinte der ehemalige Arsenal-Profi. «Das ist das, was in meiner Hand und in der Hand jedes einzelnen Spielers liegt.»

Schalkes Lizenzspielerchef Sascha Riether beantwortete die Frage, ob Spieler zu ihm gekommen seien und einen neuen Trainer gefordert hätten, inhaltlich nicht konkret. Es sei so, «dass grundsätzlich immer Spieler zu mir kommen, und ich komme auch zu den Spielern», sagte Riether ebenfalls bei Sky. «Was jetzt in den Gesprächen genau passiert ist, werde ich hier mit Sicherheit nicht sagen.»

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