Behörde stellt sich quer – Eltern wollen ihr Kind ‹Griezmann Mbappé› nennen 

SB10

30.11.2018

Ob Kylian Mbappé (l.) und Antoine Griezmann eines Tages mal ‹Griezmann Mbappé› kennenlernen dürfen, steht in den Sternen.
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Die französischen Behörden wollen einem Elternpaar verbieten, ihr Baby ‹Griezmann Mbappé› zu nennen. Das letzte Wort haben die Staatsanwälte.

Ungefähr 1500 Babys erblicken in Brive-la-Gaillarde, einer Stadt im Südwesten Frankreichs, jährlich das Licht der Welt. Im November kam ein ganz spezielles Kind – oder besser gesagt ein Kind mit ganz speziellen, beziehungsweise fussballverrückten Eltern – hinzu. Denn das Neugeborene erhielt zu Ehren der französischen Nationalspieler Antoine Griezmann und Kylian Mbappé den Vornamen ‹Griezmann Mbappé›, wie die Regionalzeitung «La Montagne» am Mittwoch berichtete.

Die Hommage an die zwei Fussballhelden, welche der Équipe Tricolore in diesem Sommer zum WM-Titel verhalfen, fanden die lokalen Beamten weniger gut.

Aus zwei Nachnamen ein Vorname basteln, so einfach geht es (nicht).
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Die Behörde legt sich quer

Die zuständige Behörde, welche damit beauftragt ist, dass die Namen der Kinder in ihrem Interesse liegen, haben den Fall der Staatsanwaltschaft  gemeldet, wie das Amt der Zeitung mitteilt. Falls die Staatsanwälte der Ansicht sind, dieser «kreative» Name könnte Probleme im Leben des Kindes verursachen, würde das Paar von einem Familiengericht angewiesen werden, den Namen zu ändern.

Was die Namensträger Antoine Griezmann und Kylian Mbappé zu dieser speziellen Geschichte meinen, ist leider nicht bekannt. Vielleicht legen sie ja im Zeugenstand ein gutes Wort für das Elternpaar ein.

In Frankreich hat erst kürzlich ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen gesorgt:
In der Stadt Dijon wollen die Behörden einer Mutter verbieten, ihren Sohn ‹Dschihad› zu nennen. Als Argument führte sie an, dass der Name auf Arabisch nicht unbedingt gewalttätige Konnotationen hat  –  es kann tatsächlich auch einen Kampf gegen die Sünde in sich selbst bedeuten. Die Behörden hingegen befürchten, dass das Baby später Vorurteile haben könnte.

In Argentinien scheinen die Beamten übrigens mehr Verständnis für die Fussballbegeisterung ihrer Bürger aufzubringen. Am 16. Oktober erblickte in einer Provinz von Buenos Aires ‹River Plate› das Licht der Welt, offiziell als Agustin Enzo River Plate Bejerano registriert. Rivers stolzer Vater Nahuel Eduardo Bejarano: «Ich fragte meine Frau, ob wir einen Jungen River nennen könnten, falls wir Kinder kriegen würden. Da ihr Nachname Plate ist, passte alles. Sie sagte ja. Nun wurde diese Idee in die Tat umgesetzt.» Und schmunzelt: «Zuhause dreht sich alles um River. Wir wachen auf mit River und gehen mit River ins Bett.» Das Rivers Papa kein normaler Fan ist, würde er bei der Geburt einer Tochter beweisen. Ein Mädchen würde er Blancay Roja taufen, also Rot-Weiss.

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