Bei YB gibt es trotz Vorrunden-Aus viele Gewinner

Patrick Lämmle

13.12.2018

Er dürfte der nächste Schweizer in einem Topverein werden: Kevin Mbabu von YB.
Bild: Keystone

Die Champions-League-Hymne kannten die meisten YB-Spieler im Sommer noch lediglich aus dem TV und so erstaunt es nicht, dass die Berner Lehrgeld bezahlen mussten. Dennoch konnte manch einer die grosse Bühne nutzen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Am Ende ist alles so gekommen, wie man das erwarten durfte. Juve und Manchester United ziehen in die Achtelfinals, Valencia qualifiziert sich für die Europa League und YB geht leer aus. Trotzdem gibt es auf Seiten der Berner viele Gewinner, denn vier Punkte haben ihnen nach der Auslosung nicht viele zugetraut.

Die Gewinner der Champions-League-Kampagne

Guillaume Hoarau hat drei der vier YB-Treffer (zwei davon per Elfmeter) erzielt. Gegen Juve war der Franzose mit seinem Doppelpack der Matchwinner. Doch die Karriere des 34-Jährigen neigt sich dem Ende, einen Wechsel ins Ausland strebt er nicht mehr an. Sollte man in Bern eine Strasse nach ihm benennen – wie von einem Twitter-User gefordert – wäre das für den Routinier wohl das höchste der Gefühle. Doch viele junge Spieler träumen von einem Engagement im Ausland. Wir zeigen, wer sich für höhere Aufgaben empfohlen hat.



Alter  23

Topvereine stehen Schlange

Kevin Mbabu

Egal ob Liga, Champions League oder Nationalmannschaft: Kevin Mbabu hinterlässt in allen Wettbewerben seine Spuren. Das technisch versierte Laufwunder begeistert mit seinen Tempovorstössen auf der rechten Seite. Er bringt alles mit, um in einem europäischen Topteam zu spielen – und seine Entwicklung ist noch nicht zu Ende.


Alter  21

Der nächste Granit Xhaka?

Djibril Sow

Er ist der Ballverteiler im YB-Zentrum, besticht mit seiner Ruhe am Ball, der Fähigkeit, das Spiel zu lesen und seiner Physis. Er ist zwar kein Muskelprotz, dafür ein Duracell-Häschen und schnell im Antritt noch dazu. Ihm sagen wir eine grosse Karriere voraus. Im zentralen Mittelfeld ist die internationale Konkurrenz aber riesig, weshalb er seinen nächsten Schritt wohl überlegen sollte. Frankfurt, das von Ex-YB-Coach Adi Hütter trainiert wird, könnte eine interessante Station sein auf dem Weg nach ganz oben.


Alter  22

Konstanz auf hohem Niveau

Sandro Lauper

Wow, wir sind begeistert. Im Februar 2016 wird er von der Thuner U21 in die erste Mannschaft befördert, im Juli 2018 wechselt er zu YB. Seine Konstanz ist beeindruckend, es unterläuft ihm kaum ein Fehler, obwohl er erst in dieser Saison vom zentralen Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger umfunktioniert wurde. Lauper scheint bereit für den nächsten Schritt, an Angeboten soll es dem Vernehmen nach nicht fehlen.


Alter  21

Ein Wechsel käme zu früh

Mohamed Ali Camara

Er stösst im Sommer vom israelischen Verein Hapoel Ra’anana AFC zum Schweizer Meister und er zeigt immer wieder, was in ihm steckt. Der grossgewachsene Innenverteidiger, der einem Torerfolg mehr als einmal ganz nahe kommt, überzeugt aber nicht nur im Kopfballspiel. Allerdings ist er taktisch noch nicht so weit wie der gleichaltrige Lauper und er lässt (noch) die nötige Konstanz vermissen. Ein Wechsel käme deshalb aus unserer Sicht zu früh.


Alter  25

Ausland «ja», Topverein «nein»

Roger Assalé

Er hat das erste YB-Tor aus dem Spiel heraus erzielt. Assalé ist wirblig und schnell, solche Spieler sind für die oftmals grossgewachsenen, dafür eher hüftsteifen Defensivmänner nur schwer zu verteidigen. Angebote aus dem Ausland werden kommen, aber kaum von Topvereinen. Dafür fehlt Assalé dann doch das gewisse Etwas.


Alter  24

Alles ist möglich

Moumi Ngamaleu

Er ist oft nur zweite Wahl, gegen Juventus darf er am letzten Spiel aber von Beginn an ran. Und er nutzt die Chance, um auf sich aufmerksam zu machen, holt den Elfmeter heraus und bereitet das zweite Tor vor. Wer in Bern nicht Stammspieler ist, der wird es auch im Ausland schwer haben. Doch Scouts aus den Topligen werden seine Leistung im letzten Spiel registriert haben und so könnte in den nächsten Wochen durchaus das eine oder andere Angebot reinflattern.


Alter  21

Besser noch nicht wechseln

Michel Aebischer

In den ersten vier Runden spielt er insgesamt 46 Minuten, zweimal kommt er gar nicht zum Einsatz. In den letzten beiden Spielen profitiert er von der Abwesenheit einiger Stammkräfte und steht über die volle Distanz auf dem Platz. Zwar sticht er nicht heraus, doch er macht seine Sache gut. Ein Wechsel käme zu früh, Aebischer sollte jetzt alles daran setzen, sich in Bern einen Stammplatz zu erkämpfen. In ein, zwei Jahren sollte er dann bereit sein, den nächsten Schritt zu machen, denn sein Potenzial ist unbestritten.

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