Karma? Endlich bekommt Ramos, was er schon lange verdient hat

Patrick Lämmle

6.3.2019

Sergio Ramos hat sich gewaltig verpokert.
Bild: Getty

Real-Captain und Abwehrchef Sergio Ramos stand beim Debakel gegen Ajax nicht auf dem Platz. Dies, weil er sich im Hinspiel absichtlich eine Gelbsperre eingeholt hatte. Nun hat er die Quittung für seinen Poker erhalten.

Real Madrid hat die Champions League dreimal in Folge gewonnen, grossen Anteil an den Erfolgen hatte dabei zweifellos auch Sergio Ramos. Seit Jahren spielt er auf höchstem Niveau, er ist ein Leader, und Real wäre ohne den 32-Jährigen kaum so erfolgreich gewesen.

Doch Ramos fällt auch immer wieder durch Unsportlichkeiten auf. Im letzten Champions-League-Final gegen Liverpool musste Superstar Salah nach einem Zweikampf mit Ramos früh verletzt ausgewechselt werden (Video unten). Und am vergangenen Wochenende landete sein Ellbogen im Gesicht von Messi. Solche Aktionen überraschen niemanden mehr.

Unfair war auch seine Aktion im Achtelfinalhinspiel gegen Ajax Amsterdam. Kurz vor Schluss holte er sich beim Stand von 2:1 für ein rüdes Foul die gelbe Karte ab. Offenbar war er sich sicher, dass sein Team die Viertelfinal-Qualifikation schon im Sack hat. Vor laufender Kamera sagte er: «Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Absicht war. Manchmal muss man im Fussball eben schwierige Entscheidungen treffen.»

In erster Linie war es eine falsche Entscheidung. Und sein «Geständnis» war sogar richtig dumm. Denn selbst wenn Real sich nicht blamiert hätte, Ramos hätte auch im Viertelfinal-Hinspiel gefehlt. Die UEFA büsste ihn wegen Unsportlichkeit mit einer zusätzlichen Spielsperre.

Real hätte Ramos auf dem Platz gebraucht

Für das formschwache Real Madrid war die Absenz von Ramos zu viel des Guten. Der Abwehrchef und Antreiber hat in jeder Beziehung gefehlt. Die Abwehr wirkte immer wieder überfordert, ja, regelrecht orientierungslos. Vielleicht hätte Ajax das Spiel auch gedreht, wenn Ramos auf dem Platz gestanden hätte – aber es wäre deutlich komplizierter geworden. Denn mit all seiner Erfahrung wäre er eine wichtige Stütze gewesen.

Die Blamage ist perfekt

Beim Rückspiel sass nun also der gesperrte Sergio Ramos auf der Tribüne und musste zusehen, wie seine Teamkollegen untergingen. Doch jetzt kommt’s: Zwei Kameras begleiteten den Spanier, es fanden Dreharbeiten für seine im Sommer erscheinende Doku statt. Dafür hagelt es nun zusätzlich Spott und Häme. Verständlich!

Dass Ramos mal so richtig unten durch muss, das freut viele neutrale Fussball-Fans. Und der britische TV-Sender «BT Sports» setzt einen Tweet ab, der für Lacher sorgt und gleichzeitig den Nagel auf den Kopf trifft. «Siri, kannst du mir bitte sagen, wie Karma aussieht?»

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