Differenzen

Klopps hitziger Schlagabtausch: «Geben Sie sich die Antworten doch selbst» 

lbe

29.11.2020

Jürgen Klopp legte sich nach dem Spiel mit einem TV-Journalisten an.
Bild: Twitter

Nach dem frustrierenden Remis seiner Mannschaft gegen Brighton liefert sich Liverpool-Trainer Jürgen Klopp eine hitzige Diskussion mit einem Journalisten. Anlass dazu gibt einmal mehr die Spielansetzung.

Der FC Liverpool trifft im Auswärtsspiel gegen Brighton & Hove zwar dreimal ins Netz, regulär ist allerdings nur der Treffer von Diogo Jota nach einer Stunde. Die Tore von Salah und Mané dagegen werden nach der Intervention des VAR wegen Offsides aberkannt.

Und weil Brighton dank eines Penaltys, der ebenfalls erst nach Eingriff des Videoschiedsrichters ausgesprochen wird, in der Nachspielzeit noch ausgleicht, muss sich der amtierende englische Meister letztlich mit einem 1:1-Unentschieden begnügen.



VAR-Frust und Verletzungspech

Der Frust bei den «Reds» sitzt tief und ist Trainer Jürgen Klopp auch beim Interview nach der Partie anzumerken. Auf die umstrittenen Entscheidungen angesprochen, sagt der Deutsche zunächst: «Es ist, wie es ist. Ich denke, die Entscheidungen waren korrekt.»

Als BT-Sportreporter Des Kelly nachhakt, platzt Klopp allerdings der Kragen: «Sie versuchen erneut, auf meine Kosten eine Schlagzeile zu kreieren», wirft er dem Journalisten vor. «Sie sind nicht happy mit dieser Antwort. Was wollen Sie hören? Geben Sie sich Ihre Antworten doch selbst.»

Nebst den zwei verlorenen Punkten ärgern Klopp vor allen Dingen auch die neuerlichen Verletzungssorgen. Gegen Brighton verlieren die «Reds» mit James Milner den nächsten Defensivakteur, auch wenn noch unklar ist, wie lange der Engländer ausfällt. Als sich Interviewer Kelly nach der Verletzung erkundigt, erwidert Klopp sarkastisch: «Ja der Oberschenkel, Gratulation!»

Klopp legt sich mit TV-Reporter an

«Mir persönlich?», entgegnet Kelly seinem Gratulanten irritiert. «Nein, aber Sie arbeiten ja für die», reklamiert der 53-Jährige, der schon mehrere Verletzte im Kader zu beklagen hat und den TV-Sendern wegen der eng getakteten Spielansetzungen eine Mitschuld gibt. Seiner Mannschaft blieben nach dem Champions-League-Spiel am Mittwoch in Bergamo nur etwas mehr als 60 Stunden bis zum nächsten Auftritt in Brighton.

Kelly lässt Klopps Kritik aber nicht auf sich sitzen. «Vielleicht schiessen Sie auf das falsche Ziel. Wir sind Broadcaster, wir arbeiten nach den Regeln der Premier League.» Es folgt ein heftiger Schlagabtausch, ohne dass die beiden Streithähne auf einen grünen Zweig kommen würden.

«Ich sage nur, wie es ist»

«Ich weiss nicht, wie oft ich es noch sagen muss. SIE wählen für uns den 12.30-Slot (Anspielzeit, Anm. d. Red.) aus», meint Klopp. Kelly kontert: «Die Premier-League-Klubs haben diesen Slot ausgewählt. (...) Sie sollten mit Ihrem Vereinsvorsitzenden sprechen, und der sollte das mit den anderen Vereinsvorsitzenden diskutieren», stellt der Reporter klar. «Wenn Sie hierherkommen und auf den Sender losgehen, führt das zu nichts.»

Das wiederum will Klopp nicht so stehen lassen: «Ich gehe nicht auf den Sender los. Ich sage nur, wie es ist.» Ein solch dicht gedrängter Spielplan sei vor allem gefährlich für die Spieler. So ist für Klopp auch unverständlich, dass in der Premier League aktuell nur drei statt fünf Auswechslungen pro Partie erlaubt sind. «Es ist nicht die Lösung, aber es wäre eine Hilfe», betont der Deutsche an der Pressekonferenz. 

Immerhin ein Vorteil bringt die frühe Ansetzung der Partie in Brighton für Liverpool: Bis zum nächsten Ernstkampf bleibt den «Reds» so etwas mehr Zeit, bis es am Dienstagabend (21.00 Uhr live auf «blue sport») gegen Ajax Amsterdam in der Königsklasse weitergeht.  

Klopp: «Hätten wir fünf Mal wechseln können, hätte ich Robertson rausgenommen»

Klopp: «Hätten wir fünf Mal wechseln können, hätte ich Robertson rausgenommen»

28.11.2020


Zurück zur StartseiteZurück zum Sport