Könnte ein Verteidiger Messi vor der Sonne stehen?

tbz

25.6.2019

Virgil van Dijk (links) vom FC Liverpool darf sich nach dem Gewinn der Champions League durchaus Hoffnungen auf die Auszeichnung zum Weltfussballer machen.
Bild: Getty

Seit 2008 gewann nur ein eiziges Mal nicht Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi den Ballon d’Or. Die beiden Angreifer zeigten auch 2018/19 wieder sehr gute Leistungen. Nun könnte ihnen aber ausgerechnet der Verteidiger vor der Sonne stehen, an dem sie in der vergangenen Spielzeit beide scheiterten.

 

Top-Favorit

Lionel Messi

Der fünffache Weltfussballer des Jahres könnte sich bald zum alleinigen Rekordhalter küren und mit dem sechsten Titel an Cristiano Ronaldo vorbei ziehen. Grund dafür gäbe es genug, immerhin erzielte der Argentinier auch diese Saison wieder unglaubliche 51 Tore und wurde sowohl in der spanischen Liga als auch in der Champions League Torschützenkönig.

Was ihm dieses Jahr allerdings fehlt, sind die grossen Titel. Mit Barcelona gelang dem 32-Jährigen «nur» der Gewinn der spanischen Meisterschaft. Zurzeit spielt Messi mit der Nationalmannschaft aber noch um die Copa America, und sollte Argentinien triumphieren, so darf er sich des Titels als Weltfussballer wohl bereits sicher sein.

 

Der grosse Konkurrent

Virgil van Dijk

Als Innenverteidiger stehen die Chancen auf eine solche Auszeichnung normalerweise nicht sehr gut. Zum letzten Mal wurde 2006 mit Fabio Cannavaro ein Defensivspieler zum Weltfussballer ausgezeichnet.

Der 1,93m grosse holländische Felsen in der Liverpooler Abwehr darf sich aber durchaus Hoffnungen machen. Mit den «Reds» gewann van Dijk im Mai die Champions League und führte die holländische Nationalmannschaft kurz darauf als Captain bei der Nations League auf Platz Zwei.

Seit seinem 85-Millionen-Transfer zu Liverpool bewies sich van Dijk als einer der besten Verteidiger der Welt. Gemäss «Opta Sports» gelang es während der gesamten Saison 18/19 keinem einzigen Spieler an van Dijk vorbeizudribbeln. Versucht haben es unter anderem Lionel Messi, Neymar, Mbappé und Cristiano Ronaldo – geschafft hat es keiner.


Die weiteren Kandidaten

 

Nicht genügend Tore

Cristiano Ronaldo

Gegen die Schweiz hat der 34-Jährige gezeigt, dass er immer noch unumstritten zu den besten Spielern der Welt gehört. Trotz des Gewinns der Nations League mit Portugal und dem Triumph in der Serie A mit Juventus Turin zählt diese Saison aber nicht zu den erfolgreichsten des fünffachen Titelträgers. Darf man sich mit 28 Toren aus 43 Partien als bester Spieler des Jahres bezeichnen?

 

Geheimfavorit

Bernardo Silva

In den vergangenen Saison entwickelte sich Bernardo Silva zu einem der besten Spieler Manchester Citys. Mit seinen konstant sehr guten Leistungen führte der Portugiese die Mannschaft von Pep Guardiola zum Gewinn der englischen Meisterschaft, dem FA Cup und dem League Cup. Auf internationaler Ebene kam im Juni dann auch noch der Sieg in der Nations League hinzu.

Trotzdem wäre es eine richtig dicke Überraschung, sollte Silva zum Weltfussballer 2019 gewählt werden. 13 Tore und 14 Assists sind zwar eine gute Ausbeute, aber um bei den individuellen Auszeichnungen mitreden zu können, müssten diese Zahlene mindestens verdoppelt werden.

 

Aussenseiter

Sadio Mané

Diese Saison bewies Mané, dass er definitiv zu den weltbesten Offensivakteuren gezählt werden muss. Mit 22 Treffern wurde er zum besten Torschützen Englands gekürt, lediglich in der Chamions League fiel er mit seinen vier Treffern ein wenig ab.

Mit Senegal hat er zudem äusserst gute Chancen diesen Sommer den Africa Cup of Nations zu gewinnen. Falls ihm dies gelingen sollte, könnte er auch bei der Weltfussballerwahl zum erweiterten Favoritenkreis gehören.

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