Kritik

Matthäus attackiert Gross schon nach dem ersten Spiel als Schalke-Trainer

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4.1.2021

ARCHIV - 21.12.2019, Berlin: Fuflball: Bundesliga, Hertha BSC - Borussia Mˆnchengladbach, 17. Spieltag, Olympiastadion. Lothar Matth‰us spricht im Interview vor Spielbeginn. (Zu dpa
Lothar Matthäus kritisiert Christian Gross schon nach dessen Debüt als Schalke-Coach.
Bild: Keystone

Der Einstand von Christian Gross als Trainer von Schalke 04 geht gründlich in die Hose. Nach der 0:3-Pleite in Berlin bleibt Schalke am Tabellenende kleben – und Gross erntet bereits Kritik.

Dass Lothar Matthäus als Experte beim TV-Sender Sky kein Blatt vor den Mund nimmt, musste schon Lucien Favre in seinen zweieinhalb Jahren als BVB-Trainer immer wieder feststellen. Im letzten Sommer gab es für Favre fast wöchentlich Kritik von Deutschlands Rekord-Nationalspieler, weshalb sich der Waadtländer zur Wehr setzte und sich mit Matthäus schliesslich eine öffentliche Schlammschlacht lieferte. 

Nun scheint es Matthäus auf den nächsten Schweizer Trainer abgesehen zu haben: Nach Christian Gross' verpatztem Debüt als Schalke-Coach hagelt es aus dem Sky-Studio bereits harsche Kritik. «Der Kontakt zwischen Trainer und Mannschaft hat gefehlt. Die Anweisungen kamen für mich nicht optisch und auch sprachlich nicht rüber», sagt Matthäus nach Schalkes 0:3-Pleite bei Hertha BSC.



Matthäus hält Gross offensichtlich für den falschen Mann, der den Traditionsklub aus dem Ruhrpott vor dem Abstieg retten könnte. «Nicht viele Fans sind in Freudensprünge verfallen, als sie den Namen Christian Gross gehört haben. Weil er einfach auch zu weit weg war von der Bundesliga und ganz weit weg von Schalke 04», so der 59-Jährige weiter.

Matthäus glaubt, Schalke-Sportchef Jochen Schneider habe Gross ohnehin nur wegen guter Erfahrungen geholt, «die er vor zehn, zwölf Jahren mal gemacht hat». Damals rettete Gross den VfB Stuttgart vor dem Abstieg.

«Chaos pur auf Schalke»

Nach dem 30. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg fehlt Schalke nur noch eine Pleite bis zum Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66. Am Wochenende folgt das Heimspiel gegen Hoffenheim. 

Gut für Schalke ist, dass die direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg allesamt auch mit einer Niederlage ins neue Jahr gestartet sind. An eine königsblaue Wende scheint Matthäus dennoch nicht zu glauben. «Es ist einfach Chaos pur auf Schalke», sagt er. «Wenn sie das nicht in den Griff bekommen, wartet die zweite Liga auf sie.»

Gross hofft auf neue Spieler

Christian Gross hofft derweil nach dem Transfer von Sead Kolasinac auf weitere Verstärkungen für den Abstiegskampf. «Grundsätzlich brauchen wir auf den Aussenpositionen druckvolle Spieler, die auch torgefährlich sind», sagt der 66-Jährige nach seinem Debüt. 

Gross ist sich aber auch der finanziell angespannten Lage des Klubs bewusst: «Jochen Schneider ist Tag und Nacht unterwegs und gefordert. Er versucht das Unmögliche, weil finanziell einfach gewisse Engpässe da sind. Ich hoffe sehr, dass es uns noch gelingt, den einen oder anderen Spieler zu verpflichten, der Persönlichkeit hat und nicht erst ausgebildet werden muss.»

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