N’Golo Kanté zahlt absichtlich mehr Steuern

tbz

15.11.2018

N'Golo Kanté hat fast immer ein Lächeln auf den Lippen.
Bild: Getty

Neue Football-Leaks-Enthüllungen zeigen einmal mehr auf, dass der französische Fussballspieler N’Golo Kanté einen durch und durch guten Charakter hat. Ihm von Chelsea angebotene Steuertricks schlug er dankend aus und bezahlt bewusst mehr als viele seiner Kollegen.

Everybody’s Darling N’Golo Kanté hat seinen Status unter Fussball Fans weiter gefestigt. Der laufstarke Mittelfeldspieler, der für seine Bodenständigkeit und Bescheidenheit bekannt ist, hat es sogar geschafft, bei den neuesten Football-Leaks-Enthüllungen gut dazustehen. Wie der Spiegel offenbart, lehnte der 27-jährige Franzose vor seinem Wechsel zum FC Chelsea Steuertricks ab, die ihm von den «Blues» angeboten wurden.

Demnach wollte der FC Chelsea einen Teil des Gehalts Kantés als Gebühr für seine persönlichen Bild- und Vermarktungsrechte verrechnen. Dafür wäre sogar extra eine Offshore-Firma in einem Steuerparadies gegründet worden, um den britischen Fiskus zu umgehen. Gemäss englischen Medienberichten hätte Kanté dadurch jährlich mehrere hunderttausend Franken eingespart. Der Franzose weigerte sich aber bei diesem – bei Chelsea offenbar gängigen – Steuertrick mitzumachen.

Chelsea schweigt

Eine geleakte E-Mail des Beraters Kantés an den FC Chelsea aus dem Jahr 2017 liest sich wie folgt: «Nach der Lektüre zahlreicher Zeitungsartikel über Bildrechte und Steuerhinterziehung gegen Fussballspieler und Klubs ist N’Golo der Meinung, dass die vorgeschlagene Vorgehensweise von den Steuerbehörden in Frage gestellt werden könnte. N’Golo hat sich dazu entschieden, dieses Risiko nicht einzugehen.»

Ein Sprecher des FC Chelsea sagt zu den Anschuldigungen: «Wir kommentieren keine Spekulationen über Verträge oder spielerbezogene Angelegenheiten.»

Der Londoner Spitzenklub steht zurzeit auch aufgrund des Transfers von Bertrand Traoré aus dem Jahr 2011 in der Schusslinie. Gemäss Football-Leaks war der Spieler damals zu jung, sollte sich dies bewahrheiten, so wäre eine Transfersperre für Chelsea durchaus denkbar.

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