Medienstimmen zum Tod

«Pelé gehört wie Charlie Chaplin zum Kreis der Unvergessenen»

dpa / mar

30.12.2022 - 09:07

Brasiliens Fussball-Ikonen zollen Pelé Tribut

Brasiliens Fussball-Ikonen zollen Pelé Tribut

Mit Pelé stirbt auch ein Stück brasilianischer Fussball-Geschichte. Zico, Rivelino, Taffarel, Mazinho und Zinho blicken zurück auf das Vermächtnis des dreifachen Weltmeisters.

29.12.2022

Medien weltweit trauern um Pelé. Sie ehren den Brasilianer, der nicht nur auf dem Fussballplatz in die Ewigkeit einging, sondern auch den Armen und Schwarzen eine Stimme verlieh.

dpa / mar

30.12.2022 - 09:07

Schweiz

«Blick»: «Mit Pelé geht der Grösste der Geschichte, der erste globale Superstar, den der Fussball gesehen hat. Von Ronald Reagan ist das Zitat überliefert: ‹Mein Name ist Ronald Reagan, ich bin der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber Sie brauchen sich nicht vorzustellen, denn jeder weiss, wer Pelé ist.› Ob Reagan, Jimmy Carter, John F. Kennedy, Papst Johannes Paul II. oder Nelson Mandela, mit seinem strahlenden Lächeln zog Pelé alle in seinen Bann.»

«20 Minuten»: «Mit Pelé verliert die Fussballwelt einen der grössten Spieler aller Zeiten. Die Trauerbekundungen kommen von der ganzen Welt – zahlreiche Clubs, Stars und Legenden melden sich in den sozialen Medien zu Wort. Der brasilianische Superstar Neymar kondolierte mit folgenden Worten: ‹Ich würde sagen, dass der Fussball vor Pelé nur ein Sport war. Pelé hat alles verändert. Er verwandelte Fussball in Kunst, in Unterhaltung. Er gab den Armen und den Schwarzen eine Stimme. Sie verschaffte Brasilien Sichtbarkeit›.»

«Tagesanzeiger»: «Die Bilder vom Final an der WM 1970 sind unvergessen: wie er, nur 1,73 m gross, bei seinem Kopfball zum ersten Tor praktisch in der Luft steht, wie er danach beim Jubeln, an Jairzinho festgeklammert, den Arm in die Luft reckt und wie ihn die Menschen nach dem triumphalen 4:1 auf den Schultern über den Platz tragen. Brasilien ist nie besser gewesen, weder vorher noch nachher.»

Als einziger Fussballer gewann Pelé dreimal den Weltmeister-Titel.
Als einziger Fussballer gewann Pelé dreimal den Weltmeister-Titel.
Getty Images

NZZ: «Mit seinem Ableben schwebt eine Legende in die Arena zurück, der Artist, der sich 1283 Mal feiern liess als Torschütze in den 1366 Auftritten seiner Karriere. Haben Zahlen noch eine Bedeutung angesichts des Todes? Pelé ist Pelé. Er gehört zum Kreis der Unvergesslichen. Wie Charlie Chaplin, der über alle Grenzen und Sprachen hinweg ein Lächeln weckt, wenn sein Name fällt, so ist Pelé bis heute die universale Vorstellung traumhaften Fussballs.»

Brasilien

«O Globo»: «Pelé, der unsterbliche König des Fussballs, stirbt. Symbol einer Sportart, zweier Trikots und eines Landes. Der grösste Spieler der Geschichte verlässt uns.»

«Folha de Sao Paulo»: «Pelé, der die Kraft des Sports zeigte und eine neue Grenze des Ruhms setzte, stirbt.»

«Jornal do Brasil»: «Pelé, der König des Fussballs, stirbt im Alter von 82 Jahren. Der grösste Spieler aller Zeiten kämpfte gegen den Krebs.»

USA

«New York Times»: «Pelé war in seinem Heimatland Brasilien ein Nationalheld und wurde auf der ganzen Welt geliebt – von den Ärmsten, unter denen er aufwuchs, von den Reichsten, in deren Kreisen er verkehrte, und von so ziemlich jedem, der ihn jemals spielen sah.»

«Washington Post»: «Es gab nur einen Pelé. Abgesehen von seinen unerreichten drei Weltmeister-Titeln machten ihn sein kreatives, akrobatisches Spiel, seine Liebe zum Fussball und seine ansteckende Freude zu einer weltweiten Ikone.»

Grossbritannien

«Daily Mirror»: «Pelé in voller Fahrt zu sehen, war der schönste Anblick im Fussball – lange, bevor dieses Adjektiv das Spiel definierte. Auch heute noch steht sein Name nicht nur für Schönheit, sondern auch für Vorzüglichkeit, atemberaubendes Können und höchsten Sportgeist. Lange vor Maradona, Ronaldo und Messi gab es nicht einmal eine Debatte über den grössten Fussballer aller Zeiten. Jeder Fan wusste, dass es Pelé war, und sie verehrten ihn.»

«The Sun»: «In strahlendem brasilianischem Gelb auf den damals neumodischen Farbfernsehgeräten schien Pelé aus dem Fussballhimmel herabgestiegen zu sein. Es war die Weltmeisterschaft 1970, und er definierte mit ballettartiger Balance, umwerfendem Tempo und klinischem Können, was das schöne Spiel sein konnte.»

Spanien

«Marca»: «Ein Fussball-Mythos ist gegangen. Pelé war einer der besten Spieler der Geschichte, zweifellos der Beste seiner Zeit. Heute ist ein Tag der Trauer für den Fussball. Ruhe in Frieden, ‹O Rei›.»

«El País»: «Der Tod von Pelé, ‹O Rei›, Brasiliens ewigem und internationalem Idol, hat seine Landsleute niedergeschlagen zurückgelassen und Sehnsucht nach den Tagen geweckt, als Brasilien ein Synonym für Triumph war.»

Italien

«La Repubblica»: «Abschied von Pelé, dem Meister, der die Zukunft erfand. ‹O Rei› wurde in Três Corações, im Südosten Brasiliens geboren – Drei Herzen, das sagt schon alles.»

«Corriere dello Sport»: «Die Fussball-Welt trauert. Im Alter von 82 Jahren ist die unvergleichbare Ikone des brasilianischen und des Weltfussballs gestorben.»

Frankreich

«Le Figaro»: «Der Fussball hat seinen König verloren. Pelé war die Sonne Brasiliens. Seine Wärme, sein Licht, seine Kraft, seine Freude, seine Kreativität. Seine Legende ist epochenübergreifend. Das Wesen eines Künstlers.»

«L'Equipe»: «Brasilien, ein Land im Schock. Der Tod Pelés hat das Land schwer erschüttert.»

dpa / mar