Kommt schon bald wieder die Zeit der Geisterspiele?

dpa

2.12.2021 - 17:12

In der Bundesliga könnten Geisterspiele schon bald wieder die Realität sein.
In der Bundesliga könnten Geisterspiele schon bald wieder die Realität sein.
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In der Bundesliga waren die Stadien zuletzt komplett voll – und sind womöglich bald wieder ganz leer. Die Zeit der Grossevents endet pandemiebedingt einmal mehr.

dpa

2.12.2021 - 17:12

Die Zeit der Grossveranstaltungen mit vollen Stadien im Profisport läuft ein weiteres Mal ab. Wegen der sich stets verschärfenden Corona-Lage herrscht in der Politik ein Konsens die Zuschauerkapazitäten wieder drastisch zu reduzieren. Zumindest in Deutschland.



Bei einer Telefonkonferenz von Bund und Ländern mit Angela Merkel und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz  am Dienstag sprachen sich die unionsgeführten Bundesländer dafür aus, dass bei Grossveranstaltungen die Kapazität nur zu einem Drittel ausgelastet werden darf. Beschlüsse gab es noch nicht, Details für härtere Massnahmen in der Corona-Pandemie sollen bis Donnerstag ausgearbeitet werden.

Es werden Geisterspiele gefordert

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert gar Geisterspiele in der Bundesliga bis zum Jahresende. «Wenn Weihnachtsmärkte zu sind, ist es nicht stimmig, volle Stadien zu haben», sagte der CSU-Politiker bei einem Statement. Fraglich ist aber, ob da andere Bundesländer mitziehen, bei denen die Inzidenzen weitaus niedriger als in Bayern sind. «Wir versuchen, das nochmal deutschlandweit umzusetzen, wir würden aber in Bayern da an der Stelle auch einen Alleingang machen», erklärte Söder weiter.



In Bayern, wo Anfang des Monats noch 75'000 Fans in der voll besetzten Münchner Arena waren, ist schon aktuell nur noch eine Auslastung von 25 Prozent erlaubt. Im ebenfalls stark von der Pandemie betroffenen Sachsen gibt es gar Profisport ohne Publikum, Baden-Württemberg hat einen solchen Schritt angekündigt. 

Der faire Wettbewerb gerät in Gefahr

Die bisherigen Unterschiede zwischen Geisterspielen und Vollauslastung in anderen Bundesländern lässt merkwürdige Situationen entstehen. Der faire Wettbewerb wird angetastet, wenn manche Vereine vor leeren und andere Vereine vor vollen Rängen spielen. Zudem werden widersprüchliche Signale an die Bevölkerung gesendet. In Sachsen herrscht Ausnahmezustand, in Nordrhein-Westfalen ist die Welt soweit noch in Ordnung.

Dazu passt auch eine Mitteilung von Zweitligist Werder Bremen, der am Freitag gegen Erzgebirge Aue zwar 31'600 Zuschauer zulassen will, aber keine Menschen aus «Regionen mit hohen Inzidenzen». 

Schweiz auf 3G-Kurs

Die Schweiz scheint aktuell von möglichen Geisterspielen noch weit weg. Aktuell gilt bei grossen Sportveranstaltungen  die 3G-Regel. Der Bundesrat schlug am Dienstag aber eine Verschärfung vor, die schon nächste Woche in Kraft treten könnte. Dann müssten in Innenräumen wie Eishockeyhallen Masken getragen werden. In Fussballstadien gilt die 3G-Regel ab 1000 Zuschauern. Diese Grenze soll auf 300 gesenkt werden. Diese Entscheidung soll Freitag fallen.

dpa