«Stimmungskiller» Hazard will der neue Ronaldo werden

DPA / wer

30.5.2019

Erst machte er die Stimmung, dann dämpfte er sie: Eden Hazard war für den FC Chelsea der Matchwinner im Europa-League-Finale. Doch es war sein letztes Spiel für die Blues, die vor einem grossen Umbruch stehen.

Erst war er der umjubelte Held, dann wurde er noch auf dem Platz zur Spassbremse. Mitten in die Euphorie des Europa-League-Titels kündigt Matchwinner Eden Hazard seinen Abschied vom FC Chelsea zu Real Madrid an. «Ich denke, das ist ein Goodbye», sagt der Belgier. Bei Real soll er so etwas wie der neue Ronaldo werden. Am Mittwoch in Baku zeigte er wieder einmal, dass er das Zeug dazu hat.

Hazards Laune war danach blendend, er jubelte ausgelassen und spritzte seine Mitspieler mit einer Wasser-Fontäne nass. Für manch anderen war die eigentlich gar nicht so überraschende Ankündigung ein Stimmungskiller. Die «Daily Mail» spricht von «Partygift».



Hazard, der mit zwei Toren und einer Vorlage wie schon bei der WM im Vorjahr seine Extraklasse unter Beweis stellte, wird wohl für 130 Millionen Euro zu Real wechseln und dort mit einem Jahr Verspätung Nachfolger Ronaldos. Er steht nun sinnbildlich dafür: Der Europacup-Sieg ist für die Blues nicht zwangsläufig der Start von etwas Grossem. Chelsea steht vor einer ungewissen Zukunft.



Denn auch der Verbleib des von Juventus Turin umworbenen Trainers Maurizio Sarri ist offen. Doch der Italiener tendiert inzwischen offenbar zum Bleiben. «Meiner Meinung nach hätte ich es verdient zu bleiben», sagte der Coach, der während der Saison oft in der Kritik stand: «Aber meine Meinung ist nicht genug. Wir müssen uns zusammensetzen und uns fragen, was ich für Chelsea tun kann und was Chelsea für mich tun kann.»

Chelsea vor einem grossen Umbruch. Leistungsträger wie Kapitän César Azpilicueta (29), Willian (30), Pedro, Gonzalo Higuaín (beide 31), David Luiz und Olivier Giroud (beide 32) sind in die Jahre gekommen. Umso bitterer ist der Abschied des besten Spielers. Der bat um Verständnis. «Mein Traum war es, in der Premier League zu spielen. Das habe ich sieben Jahre gemacht», sagte er: «Nun ist es Zeit für eine neue Herausforderung.»

Mit der Verkündung hätte er aber vielleicht bis nach der Feier warten können.

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