Uli Hoeness kündigt nach Pleite gegen Dortmund Transfer-Offensive an

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12.11.2018

Uli Hoeness war trotz Niederlage mit dem Auftritt seiner Bayern in Dortmund zufrieden.
Bild: Getty

Auch nach der 2:3-Niederlage bei Borussia Dortmund wird Trainer Niko Kovac bei Bayern München der Rücken gestärkt. Viel mehr könnte es im Spielerkader bald zu grossen Veränderungen kommen.

Der Klassiker hielt, was er versprach. Dortmund fand am Samstag gegen Bayern zweimal nach einem Rückstand zurück ins Spiel und gewann eine Partie, an die man sich noch lange erinnern wird, am Ende nicht unverdient mit 3:2. Dank diesem Sieg hat das Team von Lucien Favre nun schon sieben Punkte Vorsprung auf die Bayern, die auf Platz 5 abgerutscht sind.

Um von einer Wachablösung im deutschen Fussball zu sprechen, ist es natürlich noch viel zu früh. Und trotz des ganzen Wirbels um den Rekordmeister aus München in den letzten Wochen, scheint man bei den Bayern – zumindest was das Sportliche angeht – nach wie vor ziemlich entspannt zu sein. «Die Bundesliga macht jetzt wieder richtig Spass», sagt etwa Präsident Uli Hoeness am Sonntag in der «Sky»-Sendung «Wontorra – der Fussball-Talk». Mit der Leistung seiner Mannschaft sei er trotz der Niederlage «mehr als zufrieden». Das Spiel habe gezeigt, «dass wir auf dem Weg zur alten Form sind».

Man werde bis zum letzten Spieltag alles versuchen, um die Meisterschaft zum siebten Mal in Folge nach München zu holen. Hoeness: «Jetzt ist die Situation, dass es wieder spannend ist. Wir haben immer gesagt, dass es einmal dazu kommen wird, dass wir nicht Meister werden. Aber wir werden die Meisterschaft bis zum Ende spannend halten.»

Transfer-Offensive – aber erst im Sommer

Niko Kovac wird auch nach der neuerlichen Enttäuschung nicht angezählt. «Der Trainer steht bei uns überhaupt nicht infrage», sagt der Bayern-Präsident. Gedanken scheint er sich aber in der Kaderplanung zu machen. Kein Wunder: Fünf Spieler in der Bayern-Startelf vom Samstag haben ihr 30. Lebensjahr schon vollendet,  dazu kommen Mats Hummels und Thomas Müller, die auch nicht mehr lange 29 Jahre alt sind. Zum Vergleich: Dortmunds Start-Formation war im Schnitt erst 25 Jahre alt.

Niko Kovac sitzt trotz Pleite gegen Lucien Favre fest im Bayern-Sattel.
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Hoeness kündigt daher schon mal eine Transfer-Offensive an – allerdings erst für den Sommer. «Wir werden sicherlich jetzt keine Aktivitäten am Transfermarkt machen», sagt er und spricht auf Kingsley Coman, Thiago und Corentin Tolisso an, die mehr oder weniger bald von ihren Verletzungen zurückkehren werden. «Ich habe aktuell nicht das Gefühl, dass der Trainer das Problem hat, eine gute Mannschaft aufzustellen.»

Nach der Saison soll aber einiges unternommen werden. «Wir werden nächstes Jahr, wenn der zweite Schritt des Umbruchs kommt, sicherlich das Mannschaftsgesicht ziemlich verändern», so Hoeness, der schon im vergangenen Sommer in der gleichen Sendung verriet, dass die Bayern «zurzeit etwas Geld sammeln, um im nächsten Jahr vielleicht mal etwas grösser einzukaufen».

Macht Bayern wieder Jagd auf BVB-Stars?

Schon vor dem Top-Spiel hatte Hoeness bekannt gegeben, wen er sehr gerne im Trikot von Bayern München sehen würde: Kylian Mbappé. Der 66-Jährige ist sich aber bewusst, dass ein Wechsel des Weltmeisters nach Deutschland nicht sehr realistisch ist – und selbst für grosszügige Bayern wohl zu teuer. 

Dann bedient man sich am Ende womöglich doch lieber wieder beim Erzrivalen aus Dortmund, wie es die Münchner in den vergangenen Jahren mit Robert Lewandowski, Mario Götze und Mats Hummels gemacht hatten. Mit Jadon Sancho (18 Jahre alt), Jacob Bruun-Larsen (20) und Manuel Akanji (23) hat der BVB erneut grosse Talente in den Reihen, die bereits zum Stammpersonal gehören.

So leicht wie in Vergangenheit wird es für die Bayern laut Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aber nicht mehr werden. «Zu Zeiten von Lewandowski und Götze konnten wir uns noch nicht wehren. Dass im nächsten Jahr einer von unseren Jungs das Trikot von Bayern München trägt, würde ich ausschliessen», verkündet Watzke, der ebenfalls in der «Sky»-Sendung zu Gast war. «Wir haben da ein bisschen vorgesorgt. Bei uns gibt es keine Ausstiegsklausel.»

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