«Lewis Hamilton tut mir nicht leid»

mar

17.12.2021

Max Verstappen allein in Paris: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Lewis Hamilton waren aus Protest nicht erschienen.
Max Verstappen allein in Paris: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Lewis Hamilton waren aus Protest nicht erschienen.
Getty Images

Als er seinen Pokal entgegennahm, fehlte sein Rivale: Der neue Formel-1-Weltmeister hat Verständnis für die Abwesenheit Lewis Hamiltons gezeigt. Für ein vorzeitiges Karriereende des Briten sehe er aber «keinen Grund».

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17.12.2021

Der neue Formel-1-Weltmeister Max Verstappen kann nach dem umstrittenen Saisonfinale die Enttäuschung bei seinem unterlegenen Konkurrenten Lewis Hamilton nachempfinden – zumindest ein wenig. «Er tut mir nicht leid, aber ich verstehe, dass das sehr wehtut», sagte Verstappen am Donnerstagabend im Rahmen der Abschlussgala in Paris, zu der Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Hamilton selbst nicht erschienen sind. Die Teilnahme ist eigentlich obligatorisch.



«So ist eben der Rennsport, es kann bis zur letzten Runde immer alles passieren», sagte der Red-Bull-Pilot. Hamilton habe auch schon Titel auf diese Weise gewonnen, «daher kann er sicher auch mich verstehen.»

Verstappen glaubt nicht an Hamiltons Rücktritt

Zur Saison sagte Verstappen, es sei ein «unglaublicher Kampf» gewesen, in dem sich beide Fahrer ans Limit gebracht hätten, «manchmal darüber hinaus». «Ich denke am Ende respektieren wir uns beide.» Er könne es kaum erwarten, sich im nächsten Jahr wieder mit Hamilton zu messen und glaube auch, dass es dazu kommen werde.

Dass Hamilton über ein vorzeitiges Karriereende nachdenken könnte, glaubt Verstappen nicht. «Er sollte einfach darauf schauen, was er schon erreicht hat», sagte der Niederländer. «Er kann noch immer den achten WM-Titel holen, schon im nächsten Jahr. Es gibt keinen Grund aufzugeben.»

Hamilton hatte das letzte Saisonrennen am vergangenen Sonntag in Abu Dhabi souverän angeführt und wäre mit einem Sieg Weltmeister geworden. Erst eine späte Safety-Car-Phase brachte Verstappen wieder heran. Als das Rennen in der letzten Runde wieder freigegeben wurde, fuhr Verstappen noch zum Sieg.

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Mercedes schweigt weiter

Mercedes scheiterte zunächst mit einem Protest gegen die Vorgänge und gegen die Entscheidungen von Rennleiter Michael Masi. Am Donnerstag verkündete das Team schliesslich, dass es nicht mehr in Berufung gehen werde. Über diese Nachricht habe er sich «gefreut», sagte Verstappen, «aber ich habe es auch erwartet.»



Red-Bull-Teamchef Christian Horner zeigte kein Verständnis für die Aufregung bei Mercedes: «Safety-Cars sind normal in der Formel 1, und es geht dann immer darum, sie so schnell wie möglich wieder von der Strecke zu nehmen. Das ist ganz ausdrücklich der Auftrag an die Rennleitung», sagte Horner im Rahmen der Gala des Weltverbands Fia. Das plötzliche Ende der Safety-Car-Phase vor der letzten Runde war einer der Streitpunkte gewesen.

Hamilton äusserte sich bis Donnerstagabend gar nicht zur Sache, auch seine Social-Media-Aktivitäten ruhen seit dem Rennwochenende. Wolff hatte am Donnerstag offengelassen, ob Hamilton in der nächsten Saison wieder an den Start gehen werde. «Lewis und ich sind desillusioniert im Moment», sagte er.

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